Autor Thema: Aleho Ukulele Sattel richtig einstellen  (Gelesen 421 mal)

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Offline FlexiCat

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Aleho Ukulele Sattel richtig einstellen
« am: 05/16/22 ,Mai, 2022, 14:56:40 »
Moin Forum,
lange Zeit war ich nicht mehr aktiv hier und etwa genauso lange liegt hier meine defekte Aleho Ukulele herum, mit der ich folgendes Problem habe:
Die Saiten fingen an zu schnarren und ich habe einen neuen Sattel gebastelt und nun habe ich das Problem, dass ich es nicht schaffe diesen auf die richtige Höhe zu bringen, bzw. die richtige Stimmung des Instruments einzustellen. Wenn das Instument gestimmt ist und ich einen Ton greife, ist dieser zu hoch. Schleife ich den Sattel herunter, berühren die Saiten das Griffbrett und die gegriffenen Töne sind immer noch zu hoch und die leere Saite schnarrt dann auch wieder. Habe ich hier einen Denkfehler, kann ich an anderer Stelle etwas verändern oder ist das Instrument eine Fehlkonstruktion? War ein billiges Ding, hat ca. 50€ gekostet und ich habe noch andere bessere Ukulelen. Da sie aber eigentlich einen schönen Klang hat, würde ich ihr gern noch eine Chance geben.
Habt ihr noch Ideen, was ich machen kann, oder was ich falsch mache?
Herzlichen Gruß
Stella

Offline crianlarich

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Antw:Aleho Ukulele Sattel richtig einstellen
« Antwort #1 am: 05/20/22 ,Mai, 2022, 10:46:47 »
Hallo Stella,
Sattel niedriger: Intonation sollte sich verbessert haben. Mögliche Fehlerquelle: die Saite liegt nicht genau beim Übergang Sattel/Griffbrett auf. Das ist sehr empfindlich und auch Ausgangspunkt für einen Schummeltrick bei schlecht gebauten Instrumenten: Man feile etwas vom Griffbrett weg, so dass sich die Distanz vom Sattel zum ersten Bund verringert, und die gesamte Intonation verbessert sich, die gegriffenen Töne werden niedriger.
Ich hatte es tatsächlich versucht bei meinem ersten Restaurierungsobjekt der Ukulelen. Nun ja, es war eine der berüchtigten Voggenreiter-Schachteln. Der erste Bund war dann kürzer als der zweite und ich war immer noch nicht angekommen. So falsch war der Steg aufgeleimt. Für die Tonne.
hoffe, ich konnte helfen,
Rainer

Offline Bugle

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Antw:Aleho Ukulele Sattel richtig einstellen
« Antwort #2 am: 05/20/22 ,Mai, 2022, 12:48:50 »
Also, ich versuche mal zu beschreiben in welcher Reihenfolge ich was und wie bei meinen Ukulelen einstelle. Vielleicht hilft Dir das bei Deinem Problem.

1. Ich fertige einen (für die Nut am Kopf) passgenauen Sattel, setze diesen ein und markiere mit einem "halben" Bleistift die Höhe der Bundstäbchen an der zum Griffbrett gerichteten Sattelseite.
2. Ich markiere die Position der Saitenschlitze und bringe diese ein - bis kurz vor die Markierung an der Sattelseite.
3. Wichtig: Die Sattelschlitze nicht parallel zum Griffbrett einbringen sonder parallel zum Verlauf der Kopfplatte. Nur dann läuft die Saite sauber über den Sattel zur Mechanik und es schnarrt nichts.
4. Sattel einbauen, Saiten drauf, Saitenlage prüfen und ggf. vorsichtig tiefersetzen. Zu hoch - der Ton wird durch die Saitenspannung verfälscht; zu niedrig - es schnarrt wieder.
5. Hauptverantwortlich für die korrekte Intonation ist im Wesentlichen aber die Position des Steges, somit der Stegeinlage und deren evtl. nötige Kompensation verantwortlich. Wenn Deine Uke nach korrekter Einstellung der Saitenlage am Sattel immer noch nicht bundrein klingt, würde ich das eigentliche Problem an der Stegeinlage vermuten und diese ggf. nacharbeiten.

Solltest Du in WW am Start sein, bring die Ukulele mit und ich schau sie mir an. Wenn nicht - nur Mut; das wird schon.

Edit: "Halber Bleistift" meint den Bleistift der Länge nach halbieren und nicht in der Mitte durchschneiden. 8)

« Letzte Änderung: 05/20/22 ,Mai, 2022, 12:50:23 von Bugle »

Offline FlexiCat

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Antw:Aleho Ukulele Sattel richtig einstellen
« Antwort #3 am: 05/22/22 ,Mai, 2022, 15:01:11 »
Hallo und vielen Dank für Eure Antworten.
@Rainer: habe schon befürchtet, dass das Instrument unsauber verarbeitet wurde, aber ehe ich es in die Tonne werfe, bin ich bereit, es komplett kaputt zu basteln :D
Wenn also alles nichts hilft, müsste ich den Steg in Richtung Sattel versetzen?
Die Saitenlage war beim Kauf schon sehr niedrig, daher hat auch eine Saite recht schnell angefangen zu schnarren. Meine mich auch noch zu erinnern, dass das Stimmen immer etwas schwierig war.

@Bugle:
Danke, dass sind sehr präzise Tipps, die ich nochmal ausprobieren werde. Den 3. Punkt habe ich definitiv schon mal falsch gemacht. Vielleicht bringt das noch was.

Ich komme mit dem Sattel nicht tief genug, um eine (einigermaßen) korrekte Intonation hinzukriegen. Die gegriffenen Töne sind hörbar (und auch messbar) zu hoch.

Ich habe den Sattel aus Ebenholz ausgesägt und zurechtgefeilt. Holz ist noch genug vorhanden, ich kann also noch ein paar Sättel vermurksen. Leider habe ich den original-Sattel verloren, so dass ich kein Vergleichsstück da habe.

Was müsste ich am Steg verändern, um das Problem zu beheben, falls alles andere nicht hilft? Bin auch bereit, den Steg notfalls zu versetzen, auch wenn es dann nicht schön aussieht. Besser als wegwerfen wäre das allemal.
Bin leider nicht in WW, ich wohne in Hamburg und bin auch nicht sehr mobil.

Auf jeden Fall herzlichen Dank an Euch beide, dass ihr Euch meines Problems angenommen habt. Weitere Tipps sind sehr willkommen.
Viele Grüße
Stella
« Letzte Änderung: 05/22/22 ,Mai, 2022, 15:30:41 von FlexiCat »

Offline Bugle

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Antw:Aleho Ukulele Sattel richtig einstellen
« Antwort #4 am: 05/23/22 ,Mai, 2022, 15:38:51 »
...
Ich komme mit dem Sattel nicht tief genug, um eine (einigermaßen) korrekte Intonation hinzukriegen. Die gegriffenen Töne sind hörbar (und auch messbar) zu hoch.

Ich habe den Sattel aus Ebenholz ausgesägt und zurechtgefeilt. Holz ist noch genug vorhanden, ich kann also noch ein paar Sättel vermurksen. Leider habe ich den original-Sattel verloren, so dass ich kein Vergleichsstück da habe.

Was müsste ich am Steg verändern, um das Problem zu beheben, falls alles andere nicht hilft? Bin auch bereit, den Steg notfalls zu versetzen, auch wenn es dann nicht schön aussieht. Besser als wegwerfen wäre das allemal.
...

Nochmal, der Sattel ist nicht hauptsächlich dafür verantwortlich, dass die Intonation stimmt. Auf dem Sattel werden die Saiten zum Kopf geführt und die Tiefe der Sattelschlitze kann dem Spielgefühl des Spielers entsprechend angepasst werden. Ich habe eine Kundin, die im ersten Bund eine "unmenschlich" hohe Saitenlage bevorzugt, weil sie dann "das Instrument besser spürt". Nichtdestotrotz ist ihre Bugle-Ukulele komplett bundrein und intoniert perfekt.

Hauptverantwortlich für die Intonation / Bundreinheit ist die korrekte Positionierung des Steges auf dem Korpus. Wenn der Steg richtig steht, kann über die Stegeinlage jede Saite quasi feinjustiert werden. Bei meinen Instrumenten verbaue ich eine 3mm starke Knochenstegeinlage, die ich bei Bedarf im Saitenauflagebereich schräg schleife. Ist die Schräge nach hinten (Korpusende) gerichtet wird die Mensur ein bisschen länger und der gegriffene Ton klingt etwas tiefer. Ist die Schräge zum Kopf gerichtet wird der gegriffene Ton etwas höher, weil die Mensur minimal kürzer wird.

Ich empfehle zu dem Thema mal bei Youtube die Suchbegriffe Kompensation, Saitenlage, Ukulele oder Gitarre einzugeben. Da gibt es haufenweise Videos zu. 

Wenn also deine Uke mit einem neuen Sattel, der deinem Spielgefühl entspricht, nicht richtig intonoiert, mach nicht noch mehr Sättel sondern richte deine Aufmerksamkeit mal auf die Stegeinlage.

Edit: Alternative englische Suchbegriffe: compensation, action, compensated ukulele saddle, ...

Offline FlexiCat

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Antw:Aleho Ukulele Sattel richtig einstellen
« Antwort #5 am: 05/25/22 ,Mai, 2022, 11:55:18 »
Hallo Volker,
Danke, dass Du das noch mal erklärt hast, jetzt wird mir die Herangehensweise klarer.
Einen neuen Sattel muss ich sowieso machen, da der jetzige wieder zu niedrig ist. Und ich habe da auch ein paar Fehler gemacht, die ich noch korrigieren werde. Das wird auch ein paar Zehntel-Millimeter Spielraum bringen.
Dann mache ich noch einen neuen Steg, damit ich den Original-Steg nicht gleich kaputtbastele.
Danke für die Tipps zur Youtube-Suche, da werde ich mich mal reinvertiefen. Wird dann doch ein etwas langwierigeres Projekt, als geplant, aber wenn ich sie wirklich wieder spielbar kriege, würde sich das durchaus lohnen.

Viele Grüße
Stella
« Letzte Änderung: 05/25/22 ,Mai, 2022, 12:15:07 von FlexiCat »

Offline Bugle

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Antw:Aleho Ukulele Sattel richtig einstellen
« Antwort #6 am: 05/25/22 ,Mai, 2022, 14:03:29 »
Hallo Volker,
Danke, dass Du das noch mal erklärt hast, jetzt wird mir die Herangehensweise klarer.
Einen neuen Sattel muss ich sowieso machen, da der jetzige wieder zu niedrig ist. Und ich habe da auch ein paar Fehler gemacht, die ich noch korrigieren werde. Das wird auch ein paar Zehntel-Millimeter Spielraum bringen.
Dann mache ich noch einen neuen Steg, damit ich den Original-Steg nicht gleich kaputtbastele.
Danke für die Tipps zur Youtube-Suche, da werde ich mich mal reinvertiefen. Wird dann doch ein etwas langwierigeres Projekt, als geplant, aber wenn ich sie wirklich wieder spielbar kriege, würde sich das durchaus lohnen.

Viele Grüße
Stella

1. Sehr gerne!
2. Viel Erfolg. Wenn noch was unklar ist - einfach fragen.

Offline gerald

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Antw:Aleho Ukulele Sattel richtig einstellen
« Antwort #7 am: 08/08/22 ,August, 2022, 13:19:24 »
Auch wenn es schon etwas älter ist, vielleicht hilft es ja noch jemandem...

Wenn ich den Eingangspost richtig verstanden habe, ist es doch so, dass die Ukulele irgendwann einmal gut funktionierte, d.h. gut klang und richtig intonierte. Dann sollte auch die Frage gestellt werden, was passiert ist, dass sie plötzlich nicht mehr Bundrein ist.

Wie Bugle schon beschrieben hat, hier einmal auf die Brücke und den Steg schauen.
Warum auch auf die Brücke und nicht nur den Steg schauen? Klar, entscheidend ist der Steg, die Brücke hält den Steg nur fest, nur wenige Ukulelen haben eine einteilige Brücke.
Dennoch, gerade wenn sich da etwas verändert hat (und sich wirklich die Ukulele verändert hat und nicht einfach durch das Üben das eigene Gehör besser geworden ist) kann es auch mit der Brücke zusammenhängen.

Bei manchen Ukulelen, die Anfangs gut intonierten und nicht schnarrten und mit der Zeit nicht mehr richtig bundrein (meist zu hoch) sind und vielleicht auch ein wenig schnarren, sind vor bzw. hinter der Brücke Wölbungen in der Decke zu sehen oder zu spüren. Kleine Wölbungen sind kein Problem.
Mitunter ist die Decke aber nicht dem Zug der oftmals verwendeten Flourcarbon-Saiten gewachsen und fällt ein wenig ein. D.h. vor und hinter der Brücke sind die Wölbungen so stark, dass die Brücke und damit der Steg ein wenig gewandert sind und die Mensur so ein paar Milimeter kürzer geworden ist. Oftmals schnarren die Saiten dann auch, weil der Steg so mitunter auch niedrieger als ursprünglich ist.
Dann lieber zu Nylon-Saiten mit wenig Zugkraft wechseln.

Unwahrscheinlich, aber auch eine Möglichkeit, vielleicht ist die Brücke nicht richtig fest. Ich glaube, dass die Aleho eine recht große Brücke hat, die gut auf der Decke hält. Mitunter ist aber bei Ukulelen die recht kleine Brücke zusätzlich zum Leim mit zwei kleinen Nägeln oder Schrauben an der Decke befestigt. Wenn die Brücke sich heben kann, ist der Effekt ähnlich wie mit den oben beschriebenen Wölbungen.
Dümmstenfalls halten bei Ukulelen aus Laminat die einzelnen Schichten nicht ausreichend, d.h. die Brücke hält gut auf dem Laminat, aber die oberste Laminatschicht löst sich.

Bei der Ukulele von einem Freund gab es ein ähnliches seltsames Phänomen. Ein Kind brachte ihm die Ukulele zurück und sagte "Jetzt ist se verstimmt..."; so sehr, dass die Brücke nur noch an den Saiten hing. Die Eltern haben sich dann um eine "fachmännische" Reparatur gekümmert. Seitdem gab es Probleme mit der Intonation, daher hat er sie selbst noch einmal zu einem Gitarrenbauer in Oldenburg gebracht. Danach waren seltsame Plättchen am Steg, um die Kompensation zu ändern. Trotzdem, die Ukulele war immer noch nicht in Ordnung, seltsamerweise veränderte sich die Intonation beim Spielen.
Plötzlich sehen wir, die erste Reparatur war wohl doch nicht so fachgerecht. Die Brücke war zwar an der richtigen Stelle, jedoch mit Pattex oder einem ähnlichen Klebstoff aufgeklebt und nicht verleimt. Nach kurzem Spielen bewegte sich die Brücke und nichts klang mehr richtig.

Theoretisch kann eine Ursache auch der Hals sein, der sich verbiegen könnte. Dann ist aber meist die Saitenlage zu hoch, es spielt sich nicht gut, aber es schnarrt nicht. Daher glaube ich nicht, dass in diesem Fall das Problem beim Hals liegt.