Autor Thema: Pickup nachrüsten  (Gelesen 280 mal)

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Offline Vicky

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Pickup nachrüsten
« am: 02/19/19 ,Februar, 2019, 21:35:04 »
Hallo ihr lieben, ich bin wie ich gesehen habe nicht die einzige hier im Forum die überlegt ihre Ukulele mit einem Pickup nachzurüsten.

Dazu habe ich trotz Nutzung der Forensuche aber noch einige Fragezeichen im Kopf.

Zunächst ein Mal habe ich gesehen, dass einige bei der Nachrüstung einen Preamp mit einbauen, andere nicht. Prinzipiell finde ich den Preamp in der Ukulele nicht sehr schön, könnte es aber verkraften.
In wie fern kann man das Signal das ohne Preamp aus der Uke raus geht verwenden? MUSS das ganze dann durch einen Externen Preamp, oder könnte man es z.B. auch einfach direkt in ein Effektpanel ausgeben?
Und WENN man sich gegen einen Preamp entscheidet: Muss man dann eine besondere Buchse und einen Besonderen Abnehmer nutzen, die dann mit einem besonderen Kabel mit Strom gespeißt werden, oder wie läuft das?

Außerdem Frage ich mich gerade bei der Qualität der Pickups ob es da Unterschiede gibt. Bei Gitarren offenbar schon. Alle Pickups die ich für Ukulelen sehe, sehen fast gleich aus und stammen vermutlich aus der gleichen Fabrik in China...

Offline Mick

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Antw:Pickup nachrüsten
« Antwort #1 am: 02/19/19 ,Februar, 2019, 23:52:35 »
Erst mal gibt es unterschiedliche Arten von Pickups. Ich versuche da mal etwas Licht ins dunkle zu bringen.

Erstmal gibt es aktive und passive Pickups. Die aktiven Pickups haben einen preamp an Board. Bei einigen Herstellern gibt es dann auch die Möglichkeit ein ganzes Bedienpanel mit einzubauen, was aber nicht so oft gemacht wird. Kenne zumindest niemandem der sich den Korpus aufsägen lässt. Die Aktiven Pickups benötigen Strom, sei es in Form von Batterien oder von Kondensatoren die man aufladen muss.
Die passiven brauchen das logischerweise nicht, liefern dann auch oft ein nicht ganz so ausgeglichenen Sound wie bei den aktiven.

Jetzt kommen noch unterschiedliche Bauformen dazu. Einmal die untersteg Piezo Pickups. Die werden unter den Steg eingebaut und wandeln den unterschiedlichen Druck der Saiten in elektromagnetische äh egal, aufjeselfall werden die Schwingungen umgewandelt.

Eine große Alternative wäre statt eines Steg Pickups ein pickup, wo ein Microfon unter die Decke geklebt wird.

Es gibt noch weitere Möglichkeiten, aber das wird bei Ukulelen nicht so oft eingesetzt.

So, jetzt mal ein paar Empfehlungen meinerseits. Ich persönlich stehe total auf den Mi-Si Trio. Das ist eine aktive Pickup-Kobination die aus Steg und Microfon besteht. Beides lässt sich durch zwei Rädchen regeln. Der Pickup wird durch ein Netzteil aufgeladen, wobei 1-2 Minuten reichen um 16 Stunden zu spielen.
Der Sound ist der Hammer und unglaublich authentisch. Besser geht es nicht mehr. Leider auch recht teuer mit 250€ plus Einbau. Man sieht von außen nichts.

Eine gute und günstige Alternative ist der Uke-Up vom Tom Ziegenspeck. Das ist ein passiver Pickup in Form eines Microfons, welcher unter die Dexke geklebt wird. Der Sound ist Top und der Pickup recht günstig.

Ich hoffe das hilft.


Offline Fischkopp

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Antw:Pickup nachrüsten
« Antwort #2 am: 02/20/19 ,Februar, 2019, 07:44:13 »
Ich bin sehr zufrieden mit dem aktiven Tonabnehmer "B.Band U1.5T", aber ich glaube den gibt es jetzt nur noch in USA zu kaufen.
https://www.youtube.com/user/BerndDombrowski (Eigene Lieder, Traditional, Volkslieder, Ärztelieder 1
96 Videos)
https://www.youtube.com/user/RollinUke#g/u (Gecoverte Lieder 405 Videos)

Offline kmklw

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Antw:Pickup nachrüsten
« Antwort #3 am: 02/20/19 ,Februar, 2019, 09:32:18 »
Ich hab auch den MiSi, ist zumindest aber bei mir keine Kombi mit Mikrofon - hat auch etwa "nur" 140,00 EUR gekostet. Einbau fand ich unproblematisch, bin allerdings auch gelernter Holzhandwerker.

Vom Sound her ist er das Beste, was mir bisher untergekommen ist - auf jeden Fall braucht man kein Scheunentor in die Zarge zu schneiden.

Bin sehr zufrieden.

Gruß aus Berlin, Michael

Offline Vicky

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Antw:Pickup nachrüsten
« Antwort #4 am: 02/20/19 ,Februar, 2019, 14:29:56 »
Genau, das mit den aktiven und passiven Pickups habe ich mittlerweile auch gecheckt. Allerdings konnte meine frage mir nirgendwo so richtig beantwortet werden ob ich dann zwingend noch einen Preamp brauche, oder ob ein Preamt in einem Peffektpedal das dann schafft. Insgesamt ist die Aussage dann immer nur "Das Signal ist dann halt schwächer", aber WIE schwach? Im Zweifelsfall muss ich dann also noch in einen externen Pickup investieren. Der Uke-Up sieht an sich sehr interessant aus. Aber auch hier müsste ich ja um sicher zu gehen, dass das Signal stark genug ist noch in einen externen Preamp investieren, oder hat da jemand Erfahrungen?

Ich habe bisher diesen sehr hilfreichen Artikel von liveukulele.com gefunden, der viel Licht ins Dunklel gebracht hat: ‘Ukulele Pickups: All About Transducers

Dort wird auch der MISI Acoustic Trio Uke erwähnt. Aber das spielt eindeutig außerhalb meiner Preisliga. Ich will insgesamt eigentlich maximal 50€ investieren.

Zitat
auf jeden Fall braucht man kein Scheunentor in die Zarge zu schneiden.
Genau das ist auch was mich abschreckt. Im Moment überlege ich einen Günstigen 0815 Piezo Pickup unter die Stegeinlage zu machen und nur ein kleines Loch für das Kabel des Piezos zu bohren und den tatsächlichen Pre-Amp samt Klinkenanschluss in eine kleine Bonbondose etc. mit Gürtelclip zu verbauen. Dann kann ich erstmal testen ob das so klingt und funktioniert wie ich es mir vorstelle. Im Prinzip ist es nur eine Spielerei für mich selbst. Ich will damit nicht auftreten oder so, ich finde einfach cool mal ein paar Loops aufnehmen zu können oder die Uke mal rockig klingen zu lassen...

Ich bin einfach total unentschlossen. Im Endeffekt ist es mir nicht so wichtig, als das ich meine Ukulele dafür "zerstören" wollen würde. Aber es wäre halt mal toll zum experimentieren. Daher glaube ich so ein Uke-Up wäre eigentlich am schadenfreisten. Einige etwas günstigere Alternative wäre ja noch sowas wie der Eko FASI Suction Cup Pickup, für 20€, oder halt eigenmarken wie Harley Beneton. Dort steht auch in einigen Bewertungen, dass das Ding auch ohne Preamp auskommt. Ich denke das werde ich mal testen...

Offline Mick

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Antw:Pickup nachrüsten
« Antwort #5 am: 02/20/19 ,Februar, 2019, 14:47:34 »
Also um das noch mal zu erwähnen. Ein aktiver Pickup hat einen Preamp quasi on Board. Das Signal ist nicht schwächer bei einem passiven, man nennt es immer nur so, weil es passive Pickups gibt, die dann diese typischen Sound haben, welcher halt nciht "ausgewogen" ist und z.B. Bass Lastiger ist.

Wenn du wirklich nicht viel ausgeben willst, dann hol dir Toms Uke Up. Einen besseren wirst du nicht bekommen für so wenig Geld. Wenn du dann den Klang immer noch verbessern kannst, kannst du dir einen Preamp mit EQ als Bodentreter zulegen. Ich nutze da im übrigen sowas auch, obwoh ich unter anderem einen aktiven Pickup in einer Uke habe. Live spiele ich ne Uke mit aktiven Pickup und eine mit passiven. Beides geht in meinen externen Pre-Amp (Fishmal Platinum). Den habe ich nur zur Klangverbesserung und um das Signal zu bossten oder Stumm zu schalten. Außerdem sind da noch Effekte in der Schleife, aber das führt jetzt zu weit.

Ich würde auch niemals so ein Bedienelement in die Zarge dremeln. Das wäre nix für mich und halte ich für Ukulelen auch too much.

Beim Uke Up brauchst du ja nur ein Loch und vielleicht ist da auch schon ein Gurtpin bei Dir. Da wird nix zerstört.

Offline kmklw

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Antw:Pickup nachrüsten
« Antwort #6 am: 02/20/19 ,Februar, 2019, 15:14:56 »
Bei einem passiven Tonabnehmer wird das Ausgangssignal eben nicht "pre-ge-ampt", also vorverstärkt. Daher ist es eben schwächer. In der Regel reicht es dann, den Verstärker lauter zu machen.
Ich denke bei einer Investition von 50 Euro muss man sowieso Kompromisse eingehen. Für das Ausprobieren bist Du mit einem passiven System bestimmt ausreichend ausgestattet.