Autor Thema: Bericht zum Ashbory Bass  (Gelesen 5778 mal)

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Offline Guchot

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Bericht zum Ashbory Bass
« am: 09/05/14 ,September, 2014, 08:03:28 »
Vor dem Bericht mein Standardsatz:
Obwohl ich schon einige Instrumente hatte, sehe ich mich nicht unbedingt als Spezialist und meine \"Reviews\" sind alle höchst subjektiv und nicht von ultimativem Fachwissen begleitet. Ich schreibe einfach nur auf was mir persönlich an den Instrumenten auffällt, gefällt oder eben nicht gefällt

Diesmal handelt es sich um den \"Ashbory Bass\".



Wobei ich mich etwas schwer dabei tue diesen Bericht als \"Review\" anzusehen. Die Konzeption des Gerätes ist schon recht alt, neu ist er kaum noch zu kriegen. Zudem muß ich gestehen das ich eine ziemliche Begeisterung für das Teil entwickelt habe und meine Objektivität von daher etwas beeinträchtigt sein dürfe :mrgreen:

OK, erstmal ein wenig Info zu dem instrument, für die Leute die es nicht kennen:

Der Ashbory Bass wurde 1985 von Alun Ashworth-Jones und Nigel Thornbory entwickelt. Von diesen beiden Herren hat er auch den Namen erhalten: Ashworth und Thornbory. Gebaut wurde er von 1986-1988 von der Guild Guitar Company. 1999 übernahm Fender das ungewöhnliche Konzept und baute den Bass kurzzeitig unter dem Namen Fender, danach als DeArmond weiter. Aber egal was drauf steht, es ist IMMER ein Ashbory ;) Bei der neueren Produktion wurden einige Veränderungen gegenüber dem Original vorgenommen, wobei die auffälligste und sinnvollste die Einfuhrung übersetzter Mechaniken ist. Vorher mußte man sich mit den von der Ukulele bekannten direkten Mechaniken rumschlagen.


Was ist aber das Besondere an dem Ashbory? Nun, außer dem extravaganten Äußeren hat dieser Bass eine Mensur von nur 18\", das entspricht ca. 46cm, ist also noch kürzer als bei den geläufigen UBässen. Trotz dieser kurzen Mensur ist der Ashbory aber in der original Bass-Stimmung gestimmt, EADG. Nicht etwas eine Okatve höher, sondern exakt die selbe Stimmung wie ein normaler E- oder Kontrabass. Und das 1985! Da hat Kala noch nicht mal an einen UBass gedacht :mrgreen:

Ermöglicht wurde das, wie bei den UBässen auch, durch spezielle Saiten, im Falle des Ashbory aus Silikon. Der Ashbory hat keine Bünde (Fretless) und war damals bekannt für einen fast Kontrabassartigen Klang, den man ja auch den kleinen Kalas (und Konsorten) nachsagt.

Die Silikonsaiten, die dem Ashbory seinen eigenen Klang verliehen, waren aber auch gleichzeitig sein Fluch. Die Saiten waren ungewohnt in der Handhabung und sollten lt. Hersteller nur gespielt werden wenn man sich die Finger vorher mit Talkum o.ä. eingerieben hatte. Trotzdem gab es immer wieder Probleme mit Saiten die aus dem Sattel sprangen und vor allem mit reißenden Saiten. Speziell die G-Saite, als die Saite mit der höchsten Spannung, hatte eine Lebenserwartung von selten mehr als einer Woche. Selbst ohne Last, sprich im Koffer liegend, rissen diese Saiten sehr schnell. Ein weiteres Problem das bei dem Ashbory bekannt war, war das die Bundlinien nicht 100%ig korrekt waren. Man mußte schon ein recht gutes Gehör haben, um den Ashbory sauber zu spielen.

Diese Problem sind mir natürlich bekannt und waren es auch bevor ich mich um so ein Instrument bemüht habe. Der Hauptgrund warum ich mich dafür interessiere ist, das ich es als Mutter der ganzen Ukulelenbässe sehe. Eine gewisse Skurilität ist dem Ashbory auch nicht abzusprechen, und sowas mag ich ja eh :)

Warum überhaupt ein Ashbory Bass ? Ganz einfach: Ich will den haben! Reicht? Nicht? Doch! :mrgreen:

Die Chancen einen Ashbory zu bekommen sind relativ niedrig, selbst bei eBay werden sie nicht oft angeboten, von daher hatte ich eigentlich wenig Hoffnung als ich im Forum und anderswo geschrieben hatte das ich einen suche. Zu meinem (freudigen) Erstaunen meldete sich aber relativ schnell unser Forenmitglied \"Miguelito\" bei mir und bot mir sein Exemplar an. Schnell wurden wir handelseinig und nur wenig später hatte ich den Ashbory in der Hand.

Der Bass war ein einem sehr guten Zustand, nur eine winzige Macke im Lack am Headstock. Für ein gebrauchtes Instrument mehr als OK :) Vorne ist die Aufschrift \"Ashbory\" zu sehen, hinten auf dem Headstock ist \"Fender\" zu lesen. Also offensichtlich aus der Zeit als Fender den noch unter eigenem Namen vertrieben hat. Ansonsten war der Ashbory in fast originalem Zustand, nur das ein Gurtpin versetzt worden ist, was absolut Sinn macht. Der Gurtpin wurde am unteren Teil des Bodies, kurz über der TA-Buchse angebracht. Da gehört er auch hin! Jawolligens! :mrgreen:


OK, Optiktest positiv, also mal ran ans spielen. Es waren die Original-Silikonsaiten aufgezogen, die sich für mich nicht sehr angenehm anfühlten. Aber egal, erstmal Stimmen. Hasta la vista! Hat sich mal einer beschwert die schwarzen Pahoehoes bei Kala wären schlecht zu stimmen? Da müßte man so lange kurbeln? Da empfehle ich doch mal die Silikonsaiten des Ashborys zu stimmen. DA kommt wirklich Freude auf! Aber irgendwann wars dann soweit und ran an den Verstärker. Wow, der klingt wirklich gut. Schön tief aus dem Keller. Definitiv der \"kontrabassigste\" Sound den ich jemals bei einem so kleinen Bass hatte. Mag vielleicht auch daran liegen das er Fretless ist. Nach 2 Minuten spielen ist mir dann die E-Saite das erste mal aus dem Sattel gesprungen... Hab ich wohl etwas zu viel rein gehauen :mrgreen: Das ist mir im Verlauf der nächsten Viertelstunde noch ein paarmal passiert. In der Zeit wuchs dann auch das Verlangen andere Saiten zu nehmen. Nach der besagten Viertelstunde flog mir dann die G-Saite um die Ohren.  Obwohl Erstzsaiten dabei waren, habe ich mir nicht mehr die Mühe gemacht diese aufzuziehen, sondern habe dreist meinen Harley Benton Kahuna seiner Thundergut-Saiten beraubt. Der steht jetzt nackt in der Ecke :mrgreen: Aber es sind ja schon Pyramids für ihn bestellt, alles gut :)

Das Aufziehen der Thunderguts gestaltet sich fast problemlos. Nur die E-Saite ist etwas kniffelig. Wenn man diese so aufzieht wie von Aqulia empfohlen, braucht man an der Mechanik nur eine halbe Umdrehung, dann ist sie schon in der richtigen Stimmung. Das hat aber zur Folge das die Saite viel zu hoch auf der Mechanik sitzt und deshalb zu wenig Druck auf den Sattel ausübt. Ich habe das Problem gelöst indem ich der Saite extrem viel Luft gelassen habe, also ca. 3-4cm länger als nötig. Dann kommen 2 Wicklungen auf die Mechanik und die Saite hat genug Druck. Also weiter aufziehen, Stimmen und wieder ran an den Verstärker.

Nu ist es soweit: Ich muß das einfach schreiben: Aquila lügt! Die Thunderguts sind gar nicht für UBässe gedacht, die sind für den Ashbory! :mrgreen:

Ohne Flachs, die Dinger sind wirklich der Hammer auf dem Ashbory. Sehr stimmstabil, ich muß selbst wenn der Bass über Nacht liegt, nicht großartig nachstimmen. Jedenfalls nicht mehr als bei jedem anderen Saiteninstrument mit \"normalen\" Saiten. Die Nebengeräusche, die mich auf dem Kala und dem HB so sehr gestört haben, sind einfach verschwunden. Keine Ahnung ob das an der niedrigeren Saitenspannung oder an dem glatten Plastikgriffbrett liegt, aber es ist so :) Klanglich überzeugen die Donnerdärme auch, im tiefen Bereich vielleicht etwas weniger als die Originalsaiten, aber immer noch sehr gut, dafür in den höheren Bereichen deutlich brillianter. Slides funktionieren natürlich auf dem Fretless hervorragend und sogar Bendings sind im begrenzten Umfang möglich. Das führe ich wirklich auf das glatte Griffbrett zurück Für den Ashbory sind die Aquilas auf jeden Fall die bessere Wahl :)


OK, nun aber genug wahllos rumge\"mumpft\" :mrgreen: Mal ran ans richtige spielen. Die ersten gegriffenen Töne lassen nichts Gutes vermuten... das A was auf der auf der E-Saite im 5. Bund ist, ist auf der Bundmarkierung gegriffen eher ein A#. Also mal mit Stimmgerät langsam vorgetastet bis zum A. Das richtige A liegt in der Mitte zwischen dem 4. und dem 5. Bund. Weiter die Grundtöne auf dem 5. Bund getestet... überall das selbe. Also mal in den 3. Bund, auch hier das selbe. Ich hatte dann schnell die Vermutung das da System hinter steckt :mrgreen: Und richtig, die exakten Töne liegen immer ziemlich genau zwischen den Bundmarkierungen. Im Prinzip als da, wo man bei einem bundierten UBass auch greift. Aufgrund der dicken Saiten kann man da nämlich nicht so nahe an den Bundstäbchen greifen wie man das auf der Ukulele macht. Nachdem ich das realisiert hatte, lies sich der Bass eigentlich sehr einfach spielen. Ich hatte mir Fretless schwieriger vorgestellt :mrgreen: Wobei man sich trotz allem nicht zu 100% auf die Markierungen verlassen kann, etwas Ohr einschalten muß man schon. In den höheren Lagen wird es allerdings zugegebenermaßen sehr schwierig exakt zu intonieren, da sind die Abstände doch was arg eng. Bis zum 7. Bund gehts, bis zum 9. so halbwegs und darüber läuft eigentlich nix mehr. Diesen Bereich nutze ich allerdings speziell bei den kleinen Bässen eh selten da die schwingende Länge der Saite da doch schon arg kurz ist und es meines Erachtens nach nicht mehr gut klingt.

Was mich noch etwas gestört hat, war die Lage des zweiten Gurtpins. Zum Verständnis: Der Ashbory hat ab Werk zwei Gurtpins. Der eine ist auf der Vorderseite angebracht, von vorne gesehen schräg recht über den Reglern, der andere auf der Rückseite. Bei meinem Exemplar war der von der Rückseite nach unten neben die TA-Buchse versetzt worden. Der Gurt ging also von der Vorderseite bis zum Endpin. Dadurch ist mir der Bass beim spielen immer weg gerutscht. Mag sein dass das auch an meinem ausgeprägten Kölsch-Spoiler liegt :mrgreen: aber praktisch war es einfach nicht. Von daher habe ich einfach den vorderen Gurtpin entfernt und auf der Rückseite angebracht. Damit auf der Front nun kein unschönes Loch zu sehen ist, habe ich einfach eine schwarze Schraube reingedreht. Paßt und ist unauffällig. Feine Sache das :) Vor allem mit nem Gurt von Peanut ;)



Nachdem ich einige Zeit gespielt habe, ist mir eine Sache aufgefallen, die recht selten ist. Im Gegensatz zu dem häufigen Problem das die E-Saite zu leise durch kommt, ist es bei diesem Bass so das die E- und die A-Saite sehr dominant sind. D und G fallen dagegen etwas ab. Das ist mir besonders bei einer Probe mit den Boppin\' Ukes aufgefallen. Es kann aber auch sein das ich aufgrund meiner Handstellung die beiden unteren Saiten nicht mit der selben Stärke anspiele wie die oberen. Ich muß das mal im Auge behalten.


Fazit: Rein objektiv betrachtet kann mein Fazit nur Subjektiv sein :mrgreen: Mir persönlich gefällt der Ashbory richtig gut. Sowohl von der Optik, als auch von der Handhabung und vor allem vom Klang her. Von allen Gummibässen die ich bisher in der Hand hatte, klingt er für mich am Besten, bzw. am meisten nach Kontrabass. Vorausgesetzt man rüstet ihn mit Aquila-Saiten aus. Mit den originalen Saiten wäre ich definitiv nicht warm geworden. Zu kompliziert in der Handhabung und der Klangvorteil ist, wenn überhaupt, nur minimal. Ich bin überzeugt das ist so ein typisches \"Love it or hate\" Instrument. Entweder man kommt damit zurecht, dann wird man ihn lieben, oder man kommt halt gar nicht damit klar. Dazwischen gibts eigentlich nix ;)

Offline -Jens-

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Bericht zum Ashbory Bass
« Antwort #1 am: 09/05/14 ,September, 2014, 08:19:58 »
Wie ein sehr schön zu lesender Bericht! Viel Freude mit dem Kleinen.

Offline allesUkeoderwas

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Bericht zum Ashbory Bass
« Antwort #2 am: 09/05/14 ,September, 2014, 10:05:27 »
Glückwunsch zum Nachwuchs.  :mrgreen:

Mein schöner candybluemetallicflipflopfarbener hat  2011 hier im Forum einen neuen Besitzer gefunden. Damals kamen grad die Donnerdärme auf den Markt... Mensch, wie die Zeit vergeht.  :shock:



Vielleicht noch ein paar zusätzliche Worte...



Bei Umrüstung auf die Donnerdärme sind die Sattelschlitze für die \"dünnen\" Saiten viel zu breit (siehe oben), was zu störenden sirrenden, kaum hörbaren Nebengeräuschen in den Sattelschlitzen führt. Dem kann man leicht abhelfen, indem man an dieser Stelle 1, 2 Lagen weißes Isolierband um den Donnerdarm wickelt. Die anderen Nebengeräusche, die Du immer erwähnst, stammen vermutlich von den Fingern und liegen nicht an den Bässen, sie lassen sich durch Fretless, Tapewounds und weiche Gummisaiten lediglich minimieren.

Man \"sollte\" (haha...) auch nicht derart extatisch in die Saiten hauen, daß die Saiten aus den Sattelschlitzen springen. Es gibt ja einen Lautstärkeregeler. Das passiert jedoch auch anderen (selbst beim Kala). Derartige \"Powerplayer\" wickeln daher ein schmales Tuch hinter dem Sattel um den Hals, dann bleiben die Saiten im Sattel.

Die Feststellung, daß der Ashbory einen super Klang hat, kann ich nur bestätigen. Ich kann es mir nur damit erklären, daß die Elektronik diskret aufgebaut ist und eigens für den Bass entwickelt wurde. Andere Bässe haben ganz normale handelsübliche Preamps aus der Massenfertigung, die überall eingebaut sind (Gitarre, Ukulele, ...), denn was bei den Gummibässen klingt, sind ja nur die Gummischnüre auf einer Holzkiste oder einem Brett.

Besonders hat mir damals die Größe in der schönen Verpackung (Gigbag) gefallen. Transportprobleme auf dem Weg zur Probe gab\'s da nicht.  :mrgreen:

Die Silikonschnüre sind zwar sehr gewöhnungsbedürftig, aber sie hatten damals einen großen Vorteil - Die gab\'s billig für einsfuffzich pro Meter im Baumarkt zu kaufen.  :mrgreen:
Ukulelen: Nur Schrott

howein

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Bericht zum Ashbory Bass
« Antwort #3 am: 09/05/14 ,September, 2014, 10:05:53 »
Auch wenn die Basserei für mich eine fremde Welt ist ... klasse geschrieben wieder, und durchaus interessant!
Ich finde überhaupt gerade die Vielfalt dessen was mit diesem sympathischen kleinen Instrument möglich ist faszinierend ... da muss ich mich schon manchmal sehr zurückhalten ...  ;)

Offline Miguelito

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Bericht zum Ashbory Bass
« Antwort #4 am: 09/05/14 ,September, 2014, 10:58:35 »
@Guchot: WOW! Jetzt bereue ich es ja fast, daß ich den Ashbory hergegeben habe ;-) Freut mich daß Du den \"Ladybass\" wie ihn meine Bandkollegen (nicht die Ukulelenband) immer nannten, ins Herz geschlossen hast. Viel Spaß damit!

Offline allesUkeoderwas

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Bericht zum Ashbory Bass
« Antwort #5 am: 09/06/14 ,September, 2014, 09:48:42 »
Zitat von: Miguelito

... \"Ladybass\" wie ihn meine Bandkollegen (nicht die Ukulelenband) immer nannten...


Na, da bin ich ja damals richtig gut weggekommen. Bei meinen Bandkollegen (nicht die Ukulelenband) war es der \"böse Kinderbass\", der aber speziell bei Fever immer auf der allgemeinen Wunschliste stand.
Ukulelen: Nur Schrott

Offline Dieter

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Bericht zum Ashbory Bass
« Antwort #6 am: 09/06/14 ,September, 2014, 22:28:51 »
zur zeit gibts einen für 289 auf ebay :)
Gruss Dieter

Offline Guchot

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Bericht zum Ashbory Bass
« Antwort #7 am: 09/07/14 ,September, 2014, 08:39:13 »
Zitat von: allesUkeoderwas

Bei Umrüstung auf die Donnerdärme sind die Sattelschlitze für die \"dünnen\" Saiten viel zu breit (siehe oben), was zu störenden sirrenden, kaum hörbaren Nebengeräuschen in den Sattelschlitzen führt. Dem kann man leicht abhelfen, indem man an dieser Stelle 1, 2 Lagen weißes Isolierband um den Donnerdarm wickelt. Die anderen Nebengeräusche, die Du immer erwähnst, stammen vermutlich von den Fingern und liegen nicht an den Bässen, sie lassen sich durch Fretless, Tapewounds und weiche Gummisaiten lediglich minimieren.


Also das Problem das die Donnerdärme zu schmal sind für die Sattelschlitze sind, habe ich nicht. Die funktionieren bei mir ohne jegliche Umbaumaßnahmen und ohne störende Nebengeräusche problemlos. Aber den Bass gibts ja schon seit mehr als 30 Jahren, vielleicht gibts da  auch unterschiedliche Ausführungen.
Die Nebengeräusche der Aquilas erwähne ich immer, weil sie einfach da sind. Die Thunderguts sind nunmal rauher als beispielsweise die Pahoehoe des Kalas, was man spätestens bei Slides hört. Auf dem Ashbory treten sie vermutlich aufgrund der niedrigeren Spannung nicht auf, meinen HB kann ich aber nur befriedigen spielen wenn ich mir vorher Vaseline auf die Finger schmiere. Und ich bin ja bei weitem nicht der einzige der das so empfindet.

Zitat von: allesUkeoderwas

Man \"sollte\" (haha...) auch nicht derart extatisch in die Saiten hauen, daß die Saiten aus den Sattelschlitzen springen. Es gibt ja einen Lautstärkeregeler. Das passiert jedoch auch anderen (selbst beim Kala). Derartige \"Powerplayer\" wickeln daher ein schmales Tuch hinter dem Sattel um den Hals, dann bleiben die Saiten im Sattel.


Also eigentlich bin ich nicht für einen megaharten Anschlag bekannt :mrgreen: Und bei nem Kala oder irgend nem anderen Bass ist mir auch noch nie ne Saite ausm Sattel gesprungen. Ich denke aber man hätte die Saiten noch etwas anders aufziehen können, mit mehr Wicklungen, das mehr Druck drauf kommt. Da ich aber eh umrüsten wollte, habe ich da keine weiteren Versuche unternommen.

Offline Frolicks

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Antw:Bericht zum Ashbory Bass
« Antwort #8 am: 11/25/19 ,November, 2019, 19:02:40 »
Ich hole das Thema mal hoch, wohl wissend, dass der himmlische Missionar Guchot leider inzwischen in anderen Gefilden missioniert... :-(

Aber sein Bericht zum Ashbory-Bass hat mich doch so überzeugt, dass ich kürzlich einfach mal auf eBay zugeschlagen bzw das Christkind schon mal vorab für mich hab zuschlagen lassen. Und schon ist das kleine, feine Teilchen hier.

Den Tipp mit den Aquila-Saiten habe ich auch beherzigt, und das klangliche und vor allem haptische Ergebnis ist zum allergrößten Teil sehr überzeugend.

Einzige Einschränkung, und damit kommt ich zum Kern meines Anliegens: Die E-Saite. Die finde ich alles andere als überzeugend, und zwar bis ca. zum 7. oder 8. Bund. Ab da gehts ein bisschen besser, davor schnarrt die Saite schlicht überall. Und zwar so arg, dass sie gegriffenen Töne praktisch kaum zu hören sind. Erst dachte ich, das liegt an der Saite. Also die beigelegte Ersatz-Ashbory-Silikonschnur wieder drauf: Das gleiche Spiel. Nun ist die Saite zwar originalverpackt gewesen, aber sicher auch nicht neu, der Optik des Saitensatz-Etiketts nach zu schließen.

Also Aquila wieder drauf und noch mal probiert: Vielleicht liegt es ja am Piezo? Nee, die leere Saite ist nämlich besser zu hören. Zwar auch ein wenig leiser als die drei anderen, aber nicht so arg. Also noch mal: Aquila-Saiten sind ja für 20 bis 21 Zoll-Mensuren, der Ashbory hat bekanntlich 18. Und gut fünf Zentimeter, das ist bei so einer kurzen Mensur ja schon ein ziemlich Unterschied!
Also: Aquila-GUmmischnur ordentlich langgezogen, oben Knoten rein, und in den Schlitz vom Stimmwirbel geklemmt. Erfolg: Die leere Saite klingt schon mal deutlich lauter. Leider liegt sie offen gespielt im Moment noch zwischen fis und g, ich muss also noch ein bisschen dehnen, bis ich sie beim e hab. Klingt auf jeden Fall schon mal deutlicher, auch gegriffen.

Nun habe ich vor diesem Modell erst eine andere Ausgabe des Ashbory-Basses in der Hand gehabt und auch gespielt. Auch bei dem Modell fand ich, mit den Originalsaiten, dass die E-Saite deutlich weniger Bumms hatte als die drei höheren. Insofern ging ich davon aus, dass das quasi Konstruktionsbedingt sein wird. Und dann lesen ich irgendwo im Forum, dass gerade die E-Saite tierischen Bumms hätte mit den Aquilas. Ich glaube, das war in Allesukeoderwas' Saitenvergleichs-Thread für Bass-Uken.

Hab ich jetzt einfach gleich Montagsmodelle erwischt? Fände ich merkwürdig, zumal der hier vor mir liegende noch original von Guild stammt, und der andere, den ich vor nem Jahr mal gespielt habe, von Fender. Es waren also zwei komplett verschiedenen Generationen, mit letztlich dem gleichen Merkmal, wenn auch bei dem neueren Fender-Modell nicht so arg ausgeprägt.

Den Sound von beiden finde ich übrigens super: die Saiten, die astrein zu hören sind, also A, D, und G, klingen großartig, und zwar bis über den 12. Bund hinaus. Toller, wirklich sehr überzeugender Kontrabass-Sound. Ich fände es nur schön, wenn ich das auch über die tiefste, eigentlich bassigste Saite sagen könnte.
Wie sind denn da so hier die Erfahrungen der allwissenden Forumsgemeinde? Und gäbe es inzwischen vielleicht Saiten-Alternativen? Wie sieht es z.B. mit den Roadtoad-Saiten von Kala aus? Ist ja schon ein ordentlicher Unterschied im Preis zu den Donnerdärmen (deren Namen ich einfach schon mal grandios finde...), da hätte ich schon gern mal eine Einschätzung, bevor ich den Fuffi raushau'.
« Letzte Änderung: 11/25/19 ,November, 2019, 19:08:18 von Frolicks »
I plink, therefore I am.

Offline allesUkeoderwas

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Antw:Bericht zum Ashbory Bass
« Antwort #9 am: 11/26/19 ,November, 2019, 09:23:35 »
Hast Du einen bundierten (gab es sowas überhaupt)?

Ich hatte einen original "Dogbone Style" De Armond Ashbory Fretless by Fender und war begeistert.
Schnarren kann da eigentlich nix, da der Bass ja aus einem völlig geraden Brett (One Piece Agathis) gesägt ist.
Und wenn der Sattel nicht verbastelt wurde und die Brücke die richtige Höhe hat, dürfte eigentlich nix schnarren.
Es gab jedoch ein Problem mit den moderneren Saiten (nicht original Silikon) …
Sie schnarren/sirren in den viel zu großen Sattelschlitzen.
Da es bei Dir aber auch in höheren Lagen schnarrt, kann es das aber nicht sein.

Entweder hat sich das "Brett" über die Jahre verzogen...
Kann man mit Stahllineal überprüfen,
oder die Brücke ist verbastelt und zu tief.

So ganz nebenbei...
Gilt für alle Saiteninstrumente und ist vermutlich ein völlig überflüssiger Hinweis...
Die erste Lage beim Aufwickeln der Saiten sollte immer die unterste sein, damit der Anpressdruck im Sattelschlitz maximal ist. Manche U-Basser wickeln noch ein "Freundschaftsband" über dem Sattel um den Hals, damit die Gummis nicht aus dem Sattel hopsen können.

Ich vermute eine defekte Brücke. In der Brücke sind Einzelpiezos vergossen verbaut, die u.U. eine Macke haben - Kam öfter vor. Auch beim Guild Ashbory.  In den Staaten gab es damals einen Händler, der alle Ersatzteile preiswert verkaufte und auch gebrauchte Bässe reparierte, oder im Auftrag von Fender als refurbished verkaufte. Adresse hab ich leider nicht mehr, muß man googeln.

Ich hab meinen Bass (wie neu) damals hier im Forum für ca. 300 € verkauft.
Hab gesehen, daß Sammler inzwischen für einen guten Ashbory bis zu 2000 € zahlen.
Ist also eine gute Geldanlage...
Und spielen kann man auch noch drauf.  :D

Hier ein Paar interessante Seiten...
http://www.largesound.com/ashborytour/
https://support.fender.com/hc/en-us/article_attachments/115008201983/1999_Ashbory_Bass_Ad.pdf

Das gute an den Originalsaiten aus Silikon...
Die gibt es als Meterware ganz billig als Dichtungsmaterial im Fachhandel (ca. 1,50 € / Meter Schnur).

Mehr später - Hab keine Zeit muß jetzt weg!  ;)
« Letzte Änderung: 11/26/19 ,November, 2019, 12:32:23 von allesUkeoderwas »
Ukulelen: Nur Schrott

Offline allesUkeoderwas

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Antw:Bericht zum Ashbory Bass
« Antwort #10 am: 11/26/19 ,November, 2019, 13:20:23 »
Fortsetzung...

Zitat
Wie sieht es z.B. mit den Roadtoad-Saiten von Kala aus?

Is ja 'n Ding - Da hat der Große wohl den Kleinen geschluckt?!  ::)

Die Road Toad Pahoehoe stammen ursprünglich von Road Toad Musik und Kala hat die Dinger nur auf den eigenen Bässen verbaut. Jetzt gibt es Road Toad Music nicht mehr (Zumindest die Shopseite) - Die Saiten gibt's aber noch auf bassuke.com zu kaufen.
http://www.bassuke.com/string_store.html
Seltsam finde ich, daß Thomann sie jetzt als Kala Brand verkauft.

Wie dem auch sei, ich finde diese Saiten rückblickend am besten für einen Fretless. Grund: Klingen gut und sind "flutschiger", was bei Slides von Vorteil ist. Alle "Gummi" Saiten anderer Hersteller sind irgendwie alle "sticky" und bremsen die Finger. Einziger Nachteil: Die G Saite passt weder haptisch (zu dünn) noch klanglich zu den anderen Saiten. Abhilfe könnte da eine alte D Saite als Ersatz für die G Saite sein. Man könnte u.U. auch mit einem Satz für 5-Saiter experimentieren.
https://www.thomann.de/de/kala_u_bass_5_string_set_road_toad.htm

Eigentlich sind diese Strippen auch nur billige Dichtschnüre (Meterware - Meter ca. 1,50,- €), wie die aus Silikon, nur das sie aus PU sind. Lange vor diesem Artikel von Guchot haben hier div. Kreativbastler u.A. auch ich (  ;) ) mangels U-Bässen auf dem Markt, mit Eigenbauten (Bass und Gummischnüre) rumexperimentiert. Leider gibt's den alten Bass Tröt aus dem alten Forum nicht mehr. Und um PU Schnüre billig als Meterware zu bekommen, braucht man viele Bastler (Mindestabnahmemenge), oder einen Hersteller, der auch kurze Stücken verkauft.

Die Feststellung, daß der Ashbory super klingt war damals auch die meine. Da er aber nur ein hübsches "Brett" ist, müßte gleiches auch für jeden Chinesischen "Brett" Billigbass von Alibaba gelten. Kann mir nicht vorstellen, daß das am Preamp, am Holz, an den Mechaniken, oder am Geburtsort lag - Was klingt ist ja nur der "Gummi" über ein Piezokristall abgegriffen. Einziger Grund, der mir einfiele wäre die evtl. unterschiedliche Mensur. Mein alter DIY Bass mit diesen Lakritzschnüren ist eine alte Reisebrettgitarre mit entfernten Frets und gleicher Mensur wie der Ashbory - Klingt vermutlich genauso.

Zum Thema "Brett" hab ich noch diesen hier für alle "Freizeitkapitäne"...
https://kalabrand.com/products/ka-pb
Leider viel zu teuer!
Sowas kann man für ca. 30 Euronen und 4 Saiten selbst Basteln.
Ein Ashbory ist eigentlich auch nix anderes, allerdings in "Dogbone" und nicht in "Paddle" Style.  :D

Was der Ashbory allerdings seinen Chinakonkurrenten und allen Kalas voraus hat, er ist ein hübsches, wertbeständiges Sammlerstück mit musikalischem Spielwert.

Herzlichen Glückwunsch zum schönen Weihnachtsgeschenk!

Und wat zu lesen haste jetzt ooch - Viel Spaß!  :D
« Letzte Änderung: 11/26/19 ,November, 2019, 13:48:28 von allesUkeoderwas »
Ukulelen: Nur Schrott

Offline allesUkeoderwas

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Antw:Bericht zum Ashbory Bass
« Antwort #11 am: 11/26/19 ,November, 2019, 14:10:34 »
Und jetzt nochmal Kurzfassung zur Fehlerfeststellung/Beseitigung:

1. Stahllineal um zu prüfen, ob das Brett noch gerade ist.
2. Stimmt Saitenabstand?
3. Bridge überprüfen. Bridge einstellen / evtl. höher legen.
4. Piezo überprüfen. Mit Stift draufklopfen, überall gleich laut?
5. Hat der Preamp 'ne Macke (Basspoti defekt) - Eher unwarscheinlich

Ist es der Piezo, dann gibt es evtl. Ersatz.
Früher gab es ganze Bridge für wenig Geld, heute muß man wohl basteln.
Leider gibt es da verschiedene Versionen.
Für Brücken der letzten Generation gibt's grad Piezos in der Bay...
https://www.ebay.de/itm/Ashbory-bass-pick-up-as-used-by-Fender-BN/383228121056?hash=item593a2d0fe0:g:S3EAAOSw1x1UPPKh
Ukulelen: Nur Schrott

Offline Frolicks

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Antw:Bericht zum Ashbory Bass
« Antwort #12 am: 11/27/19 ,November, 2019, 09:15:50 »
Schon mal ganz heißen Dank, lieber Jogi, für deine ausführlichen Antworten. Ehrlich gesagt, hatte ich genau darauf gehofft, dass du mich an deinem reichhaltigen Bastler-Erfahrungsschatz teilhaben lassen würdest... Vielen Dank. Hoffentlich ist das nicht nur für mich interessant.

So, und nun zu deinen Tipps:

- Stahllineal angelegt, und ohne Saiten ist das Brett so gerade wie es nur sein kann. Mit Saiten zeigt es eine minimale Wölbung, die aber deutlich unter der einer handelsüblichen, spielbaren (!) Ukulele liegt. Keine Ahnung, ob das ausreicht, die Gummischnüre zum Schnarren zu bringen. Ich denke, eigentlich nicht, sonst müssten doch die anderen Saiten auch schnarren, und nicht nur die E-Saite, oder sehe ich das falsch?

- Also Saiten runter, Brücke mal inkl. Piezzos hoch geklappt, und einen schmalen Streifen Pappe untergelegt. Saiten wieder drauf, E-Saite nicht gar so arg vorgedehnt, nur so ein bisschen, mit Knoten oben rein zwecks Befestigung am Wirbel, alles gestimmt, und siehe da: Die Saite schnarrt weniger, zumindest so viel weniger, dass inzwischen gegriffen so was wie definierte Töne zu hören sind. Dafür verzerrt jetzt die G-Saite... grrrrr!!!!  >:( Sie verzerrt beim Spielen, ob offen oder gegriffen. Also das ganz Gummigestrippe noch mal runter, Pappstreifen einmal gefaltet und so eingesetzt, dass er nur unter E- und A-Saite liegt. Zwischendurch mal die Brücke mit allen vier Piezos abgeklopft: Klingen alle gleich laut.
Alles wieder druff... ganz schönes Mistgefummel mit diesen dicken Strippen. An den Mechaniken stört mich dabei weniger, dass es direkte sind. Damit habe ich auch bei Ukulelen von Sopran bis Tenor kein Problem. Aber die Mistdinger liegen hier viel zu eng nebeneinander, um die Knöpfe mit den dicken Strippen und meinen dicken Fingern noch vernünftig drehen zu können. Da war die Idee von Fender, in der neueren Generation des Ashbory übersetzte Techniken zu verbauen, nicht die schlechteste!

Das Problem, dass die Aquilas zu schmal für die Sattelschlitze wären, kann ich übrigens auch nicht bestätigen. Im Gegenteil, die klemmen ordentlich fest drin, so dass ich sie beim Stimmen ab und zu mal rausziehen muss, damit dass richtig klappt. Rausspringen tut bei mir bisher auch nix. Und ich gehöre schon zu den Leuten, die ordentlich an den Schnürren zerren. Daran ist mein früherer Bass-Lehrer schuld. Der hat immer gesagt: Wenn du willst, dass die Saiten nen ordentlichen Ton erzeugt, musste sie schon auch ordentlich zum Schwingen bringen.

Egal, nach einigem Gefummel sitzen alle Saiten wieder, wie das gedacht ist, und sind auch auf ihre richtigen Tonhöhen gestimmt. Und siehe da: Die E-Saite brummelt jetzt schön übers ganze Griffbrett wie sie soll. Immer noch ein bisschen leiser als die anderen drei Saiten, aber das kenne ich ja auch von dem anderen Ashbory, den ich schon erwähnt habe. Jedenfalls brummelt und grummelt es jetzt schön massig bassig, und das finde ich super. Und auch die G-Saite verzerrt nicht mehr. Juchhu!

Und was die Roadtoad-Saiten angeht: Die hatte ich inzwischen auch schon gefunden, auch den Link auf Bassuke.com. Und ich habe gesehen, dass es da auch einen Satz speziell für Bassinstrumente mit 18Zoll-Mensur gibt, namentlich erwähnt den Ashbory-Bass. Leider scheint es die in Deutschland nirgends zu geben. Also habe ich die aus USA bestellt, was die Öko-Bilanz meines inzwischen  offensichtlich ja recht nachhaltig seit dreißig Jahren einigermaßen genutzten Instruments etwas verschlechtert, aber es ist wie es ist.
Die Donnerdärme von Aquila, zumal die E-Saite, scheint mir doch für die kürzere Mensur etwas schlapp zu sein. Ich hoffe, dass es mit den anderen Saiten noch mal etwas knackiger wird.

Einstweilen vielen Dank für die sehr hilfreichen Tipps! Klangbeispiel mit dem zukünftigen Weihnachtsgeschenk kommt in Kürze!


I plink, therefore I am.

Offline allesUkeoderwas

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Antw:Bericht zum Ashbory Bass
« Antwort #13 am: 11/27/19 ,November, 2019, 11:55:09 »
Freut mich, daß der Bass jetzt funktioniert.

Das Zappeln / Schnarren im Sattelschlitz bezog sich auf die Road Toad Saiten, die einiges dünner als die Silikonsaiten sind. Vielleicht hat bei Dir auch schon jemand den Sattel ausgetauscht, denn die Schlitze sind für die originalen Silikonschnüre sehr breit.

Für einen Gummibass lohnt es sich auf alle Fälle auch eine Saitenkurbel für 3 € anzuschaffen...
https://www.ebay.de/itm/1X-Gitarre-Basis-Saitenkurbel-mit-Bruecke-Pin-Wickler-Tuner-Multifunktion-I7R7/333308765667?hash=item4d9ac025e3:g:M4QAAOSwyVRdZSpa
Diese kann man sogar mit einem Akkuschrauber betreiben.  :D

Evtl. bringt der Austausch der Pappunterlage gegen ein Stück Plastik (alte EC Karte, etc.) noch was.

Und dann noch ein Geheimtipp für die Road Toad Saiten:
Da auch diese Saiten im Neuzustand etwas Sticky sind, kann man mit dem Finger über die Nasenflügel fahren und den Fettfilm über die Saiten streichen / verteilen. Sie werden dann so richtig flutschig - Ideal für slides auf dem Fretless. Funktioniert in begrenztem Maß auch bei den anderen Gummisaiten. Für die Silikonsaiten gab es damals ein spezielles "Gleitmittel".

Zitat
...gesehen, dass es da auch einen Satz speziell für Bassinstrumente mit 18Zoll-Mensur gibt, namentlich erwähnt den Ashbory-Bass. Leider scheint es die in Deutschland nirgends zu geben.

Dafür gibt es beim großen T einen Satz für 5-Saiter...
Da hätte man die dicken 4 nehmen können...
Wie gesagt, die dünne G-Saite halte ich ohnehin für Müll (zu dünn).
Bin mal gespannt, was Du dazu zu sagen hast (zu Haptik und Klang der G-Saite).

Hinzu kommt, daß speziell die dünne G-Saite mit der Zeit immer dünner wird und dann haptisch und klanglich noch mehr von den anderen Saiten abweicht.

Ich hoffe, Du hast mit dem Saitensatz für 18" keinen Fehlgriff getätigt. Der ist nämlich für 18" bis 21" und hat low Tension - Eigentlich bräuchte man aber einen dickeren Satz mit High Tension.

Tipp: Frag mal den Hans, der hat damals (vor über 10 Jahren) die Billig-PU-Schnüre in großen Mengen geordert. Ich hab leider keine mehr und meinen Lieferanten gibt's leider auch nicht mehr.

Und falls mal Ersatzteile gebraucht werden... Ich hab noch irgendwo neue Originaltuner, und Sättel rumzuliegen. Und nicht zu dolle an den Tunerrollen rumwürgen, sonst bricht die Achse.

Bin gespannt auf das Soundbeispiel vom ersten Einsatz.

Und was Andere betrifft...
Ich glaub hier im Forum gibt's kaum noch Bass-tler - Sind ausgestorben und werden durch Buyer ersetzt.

Und dann noch ein supergeheimer Geheimtipp:
Wegen Rücken benutze ich in letzter Zeit selbst im Bandeinsatz nur noch meinen Samick Corsair Mini Bass mit Pyramid Black Tape Nylonwounds. Hab sie mir für die kurze Mensur speziell anfertigen lassen. Wär vielleicht auch mal was für den Fretless. Die Dinger spielen sich im Gegensatz zu Gummies wie "richtige" Saiten.
http://pyramid-saiten.de/de/products/bass-blacktapenylon.php
Wie gesagt, Pyramid fertigt die auch auf Wunsch für kurze "U-Bass" Mensuren an.
« Letzte Änderung: 11/27/19 ,November, 2019, 12:20:11 von allesUkeoderwas »
Ukulelen: Nur Schrott

Offline Frolicks

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Antw:Bericht zum Ashbory Bass
« Antwort #14 am: 11/29/19 ,November, 2019, 15:36:48 »
Danke für deine ausführlichen Erläuterungen, und auch für die Mail! Ich habe deinen Beitrag gestern schon gelesen, bin aber wg Familienbesuch nicht zum Schreiben gekommen.

Wohl aber zum Ausprobieren des Tipps mit den Plastikstreifen. Ob das jetzt ein großer Unterschied zur Pappe ist, kann ich aber nicht wirklich hören. Wie dem auch sei...

Ne Saitenkurbel hab ich schon länger, braucht's für den Ashbory aber ja gar nicht, meine Version hat ja noch direkte Mechaniken. Mit denen habe ich nicht prinzipiell ein Problem, nur hier, weil die Knöpfe ganz schön eng beieinander liegen. Je nachdem, wie die gerade so stehen, ist das mit dem Stimmen dann schon gar nicht mehr so einfach. Eben wg des Platzmangels. Naja, man gewöhnt sich ja an Vieles.

Dieser, mein Ashbury, ist übrigens noch von Guild, und laut Stanzung auf der Rückseite der Kopfplatte Made in USA. Also noch einer der ersten Generation.
Vielleicht ist das mit den Sattelschlitzen deswegen hier anders, die sind schon auch für die Silikonstrippen sehr eng, und auch die Aquila THunderguts (die sind doch etwas dünner), klemmen - bis auf die g-Saite - schon ordentlich drin.


Was die Roadtoad-Saiten angeht: Der Ashbory hat ja ne 18-Zoll-Mensur. Und wenn ich aber Saiten drauf ziehe, die eigeltihc für längere Mensuren gedacht sind, müssten die doch etwas schlapper sein, als auf dem eigentlich dafür gedachten Instrument. Oder habe ich da einen Denkfehler? Jedenfalls finde ich die tiefe G-Saite von Worth in Braun auf allem, was kürzer als Tenor-Mensur ist, viel zu schlapp bis schlabberig. Und das müsste doch bei den dickeren Schnüren auch so sein? Oder denke ich falsch rum?
Aber der Tipp mit dem Nasenfett ist bombe! Danke!  ;D

Und die dickeren Aquila-Saiten, also die vier für B-E-A-D dürften, zumindest die B-Saite, definitiv zu dick für die Sattel- und Stegschlitze sein. Und daran rumdoktern mag nicht so gern, zumal ich bei in der Vergangenheit auf eBay angebotenen Ashborys auch gesehen hab, das der Sattel da gern mal seitlich abbricht, wenn man das bisschen, was noch da ist, noch weiter ausfeilt.

Was die Pyramid-Saiten angeht: Die hattest du, glaube ich, schon mal angepriesen. Das klingt recht viel versprechend, ich warte jetzt erstmal die Roadtoad-Saiten ab, die sind schon unterwegs, dann überlege ich noch mal. Die Pyramid dürften dann aber definitiv dünner sein als alle Gummistrippen, gell? Vielleicht sind die in der Shortscale-Variante ja was für den Teekisten-Bastel-Bass, den ich auch noch hier rumstehen habe. Eigentlich wollte ich mit dem Ahsbory ja die Teekiste ersetzen, aber erste Test-Vergleichsaufnahmen haben bisher ergeben, dass die Teekiste keinesfalls schlechter, eher noch ein bisschen kontrabassiger klingt als der Ashbury. Ich weiß, der heißt eigentlich Ashbory mit o, aber meine sch*#ß Autokorrektur macht immer ein u aus dem o, und ich habe keinen Nerv, das jedesmal händisch zu ändern.
Was so ein bisschen Resonanzkasten - Teekiste - mit nem bundlosen Gitarrenhals dran doch ausmachen kann. Leider ist die Saitenlage da ziemlich sportlich. Na, mal sehen, ob ich ihm mit anderen Saiten noch mal ne Chance gebe.

Und Basteln... bin ja selber nur ein Bastler aus Notwendigkeit, nicht aus Leidenschaft. Viel lieber spiele ich auf meine Ukulelen, als an ihnen rum zu basteln. Aber schön, dass es auch Leute gibt, denen es da anders geht.

Und Soundbeispiel am Ashbury kommt gleich, ich bastel gerade noch das Video.

Ach so, und hier mal ein paar Bilder. Der Steg scheint mir eigentlich nicht ausgetauscht worden zu sein, sieht jedenfalls ziemlich original aus.







« Letzte Änderung: 11/29/19 ,November, 2019, 15:38:27 von Frolicks »
I plink, therefore I am.