Autor Thema: 60er? Banjolele G.H. & S, Birmingham  (Gelesen 998 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Chill

  • Mitglied
  • Beiträge: 111
60er? Banjolele G.H. & S, Birmingham
« am: 06/04/19 ,Juni, 2019, 13:43:42 »
Kürzlich lief das Instrument in der Bucht und da ich immer schon ein Banjo haben wollte und gerne bastle... Der Zustand war nicht gut, muss sich niemand ärgern, der es auch haben wollte. Ich beschreib mal das Instrument und zeig ein paar Bilder nach den ersten notwendigen Rettungsarbeiten...



Bekommen habe ich sie mit Darmseiten, eine davon gerissen, die anderen sehr starr. Der Koffer war in üblem Zustand, verdreckt, sehr staubig, Beschläge flugrostig, Bezug begann brüchig zu werden. Ich denke, die stammt aus einer Haushaltsauflösung o. ä. und stand ewig auf einem Speicher herum. Der Koffer schützte dabei das Instrument, denke ich, wobei es an der Rückseite der Banjolele einige üble Kratzer und Gebrauchsspuren gab. Die Wirbel hielten die Stimmung nicht mehr gut.



Die Kratzer im Holz habe ich beseitigt, alles rundherum gereinigt, Die Wirbel zerlegt und neu zusammengesetzt. Eigentlich wollte ich gerne Stahlsaiten darauf haben, das schafften aber die Firktionswirbel nicht. Ich habe dann provisorisch Red Kala mit Low G aufgezogen- und danach festgestellt, dass mir diese Saiten überraschenderweise  sehr gut gefallen, optisch ein wenig mädchenhaft, weil rosa, aber sie spielen sich gut, hielten sehr schnell die Stimmung und ich denke ich lasse die jetzt erstmal drauf.



Der Koffer ist wirklich hübsch, nach Reinigung und Behandlung mit etwas Öl, sieht er auch wieder ganz okay aus und ist nicht mehr so brüchig. Den Rost an den Beschlägen mach ich vielleicht noch, wobei er auch mit Patina seinen Reiz hat, finde ich. Die Firma scheint es nur bis ca. 1965 gegeben zu haben, darf man ruhig sehen, dass es keine Neuware aus Asien ist. Ab 1962 produzierten sie unter anderem Namen in London.







Wirklich schön finde ich die Wirbel.



Korpus und Hals sind aus hellem Massivholz, ich würde auf Birke tippen, der Teil hinten (wie heißt der bei Banjos? Resonator) ist vermutlich aus Ahorn. Er ist nicht verzogen, bei Nahaufnahmen macht das Handy Weitwinkelaufnahmen und verzehrt.



Der Sattel scheint aus Horn oder Kunststoff zu sein. Er ist schmäler als das Griffbrett und ich denke, er ist nicht original. Sie spielt sich trotzdem nicht schlecht, ich mache aber evtl. noch 'nen neuen aus Knochen.



Das Fell ist aus Pergament, der Steg sicherlich Ahorn.

Die Banjolele wirkt auf mich sehr modern und ich war irritiert, dass es die Firma nur bis in die 60er gegeben hat. Ich hätte ansonsten eher auf ein viel späteres Baujahr getippt.

Die Uke hat eine Mensur knapp unterhalb einer Sopranuke. Für ein so kleines Instrument ist sie erstaunlich laut- und im Vergleich zu normalen Ukes ziemlich schwer. Da ich mit Banjos keine Erfahrung habe, bin ich für Tipps zum Spannen des Fells immer dankbar- im Moment scheint aber alles okay zu sein.

Infos zur Firma fand ich im Internet:

http://database.ukulelecorner.co.uk/ghij/ghs


Meine Fotos werde ich dem Seitenbetreiber zur Verfügung stellen, vielleicht kann mir der auch noch Hinweise zum Modell und Alter geben... Wer hat noch so was zuhause stehen?

Man bekommt aus Asien jetzt auch Banjolelen für kleines Geld in neu. Hat jemand mal eine getestet?












« Letzte Änderung: 06/04/19 ,Juni, 2019, 14:14:04 von Chill »

Offline Chill

  • Mitglied
  • Beiträge: 111
Antw:60er? Banjolele G.H. & S, Birmingham
« Antwort #1 am: 06/06/19 ,Juni, 2019, 21:12:04 »


Hab jetzt 'nen Sattel aus Knochen gemacht, weit von Perfektion entfernt, funktioniert aber und ich bastle gerne. Der nächste wird besser, ich arbeite auch mit improvisiertem Werkzeug. Saitenlage ist einen Hauch höher, da ich den Steg evtl. noch runterfeile, ist das auch okay so erstmal. Ich bilde mir ein, dass die Banjolele mit neuem Sattel etwas lauter ist als mit dem alten. Und sie hat sich optisch im Charakter verändert, finde ich. Was Kleinigkeiten ausmachen...

Den alten hebe ich natürlich auf.

Offline kiwidjango

  • Mitglied
  • Beiträge: 1121
  • ...immer trockenes Holz!!!
    • Kloster-Ukulelen
Antw:60er? Banjolele G.H. & S, Birmingham
« Antwort #2 am: 06/07/19 ,Juni, 2019, 06:49:01 »
Moin,

nettes Instrument!

Der Korpus und der Hals sind aus Buche. Der Bodendeckel ist aus Sperrholz und hier sieht das Deckfurnier irgendwie nach Mahagoniähnlichem Holz aus.
Gruß aus der Werkstatt

Offline skiffle

  • Mitglied
  • Beiträge: 4240
    • ukulele-woodcut-edition
Antw:60er? Banjolele G.H. & S, Birmingham
« Antwort #3 am: 06/07/19 ,Juni, 2019, 11:25:19 »
Reschbegd!
Wünsche Dir, dass sie zu Deiner Zufriedenheit scheppert. Soviel Respekt sollte sie Dir nach dem Reanimationseinsatz  entgegen bringen.;-)

Offline Hummel

  • Mitglied
  • Beiträge: 1924
Antw:60er? Banjolele G.H. & S, Birmingham
« Antwort #4 am: 06/07/19 ,Juni, 2019, 12:36:08 »
Wohl gesprochen! Dem schließ ich mich mal an.

Offline Chill

  • Mitglied
  • Beiträge: 111
Antw:60er? Banjolele G.H. & S, Birmingham
« Antwort #5 am: 06/07/19 ,Juni, 2019, 14:25:14 »
Der Korpus und der Hals sind aus Buche. Der Bodendeckel ist aus Sperrholz und hier sieht das Deckfurnier irgendwie nach Mahagoniähnlichem Holz aus.

Buche würde Sinn machen. Mahagoni ja, Sperrholz nein, der ist massiv. Hab sie zwischendrin komplett zerlegt und das Trommelfell abgenommen... 😊

Offline kiwidjango

  • Mitglied
  • Beiträge: 1121
  • ...immer trockenes Holz!!!
    • Kloster-Ukulelen
Antw:60er? Banjolele G.H. & S, Birmingham
« Antwort #6 am: 06/07/19 ,Juni, 2019, 16:37:44 »
....schau dir mal die Kante des Boden genau an !!!!...ich sehe dort mehrere Schichten
Gruß aus der Werkstatt

Offline Chill

  • Mitglied
  • Beiträge: 111
Antw:60er? Banjolele G.H. & S, Birmingham
« Antwort #7 am: 06/07/19 ,Juni, 2019, 18:59:39 »
Jupp, stimmt.