Autor Thema: Cavaquinho  (Gelesen 526 mal)

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Offline Chill

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Cavaquinho
« am: 07/07/19 ,Juli, 2019, 12:19:27 »
Per Zufall sind mir zwei Cavaquinhos untergekommen, die ich aus Neugier gekauft habe und weil sie vergleichsweise günstig waren.

Sie sehen einem Modell von Manuel Carvalho https://www.salaomusical.com/pt/cavaquinhos/1029-cavaquinho-artimusica-10012-boca-redonda-com-meios-tampos-carrilhao-5600838631053.html sehr ähnlich.

Bislang wusste ich darüber nur, dass es solche Instrumente gibt, war aber ganz spannend, zu recherchieren. Ähnliche Instrumente gibt es auch von APC (Antonio Carvalho), dort aber geht das Binding über den Hals. Eine sehr hübsche Bildergalerie eines portugiesischen Museums half dann weiter: http://www.cavaquinhos.pt/pt/CAVAQUINHO/Cavaquinho%20PT.htm



Meine sind ohne Herstellermarken und fachgerecht gebaut, vermutlich eher aus einer kleinen Werkstatt o.ä. und evtl. für Touristen gebaut. An der einen fehlte der Steg, wie man sieht. Beide haben Schönheitsflecke aka Astlöcher auf der Decke. Es ist verwirrend, weil man sowas nicht erwartet, wir neigen ja alle ein wenig zum Perfektionismus- der Funktion tuts indess keinen Abbruch.




Übrigens finde ich die Idee, den Steg einfach verschiebbar und getrennt von der Saitenhalterung zu bauen recht interessant. Das kann Intonationsprobleme behebbar machen. Auf der Seite des Museums fand ich dann auch ein Bild einer Cavaquinho mit vier kleinen Einzelstegen, für jede Saite einen und hab dann den fehlenden Steg durch Einzelstege ersetzt/ergänzt, geschnitten aus einem Banjosteg, den ich sehr günstig einmal erworben habe. Die Zweifarbigkeit schien mir gut zum Instrument zu passen.



Die eine Cavaquinho ist jetzt mit Nylon in Ukulelenstimmung besaitet. Sie klingt damit echt gut, die fehlende Höhe zwischen Griffbrett und Decke ist allerdings recht gewöhnungsbedürftig. Die andere hat noch die 4 gleichstarken Stahlsaiten mit der sie kam und ist als Cavaquinho gestimmt.



Die Saitenlage ist bei beiden extrem niedrig. Mit Ukulelensaiten klingt sie wie eine brauchbare Ukulele, aber mit Stahl singt sie und hat ein unendliches Sustain. Bin auch insofern beeindruckt, als das Holz mit Astloch anscheinend nichts ausmacht und die zweiteilige Decke aus verschiedenen Hölzern den Ton auch nicht beeinträchtigt.

Wer auch immer das Instrument gemacht hat, hätte ohne weiteres so bauen können, dass die Astlöcher nicht vorhanden bzw. zu sehen sind. Bei der einen hätte dazu die Decke nur 5 mm anders aus dem Holz geschnitten werden müssen, dann würde der Steg das Astloch verdecken. Ich vermute, dass da auch Absicht waltete, sie sehen so interessanter und uriger aus. Aber das kann auch Quatsch sein.

Soweit meine ersten Erfahrungen, mit Cavaquinho.

« Letzte Änderung: 08/09/19 ,August, 2019, 17:58:15 von Chill »