Autor Thema: Flight Solidbody LesPaul/Stratocaster  (Gelesen 279 mal)

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Offline Buhnenhuper

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Flight Solidbody LesPaul/Stratocaster
« am: 11/07/20 ,November, 2020, 23:45:06 »
Moin,

eigentlich guckt mich ja seit längeren eine Telecaster von Risa in Seafoamdesign an. Von Flight gibts jetzt ne Strat und ne LP zum halben Preis, die Strat sieht besser aus für meinen Geschmack. Jetzt frag ich mich bzw. euch, sind die auch nur halb so gut wie die Risas?

Was meint ihr?

MfG

Offline gniedelman

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Antw:Flight Solidbody LesPaul/Stratocaster
« Antwort #1 am: 12/04/20 ,Dezember, 2020, 18:54:59 »
Besagte Strat hat mich kürzlich auch angelacht und ist daraufhin kurzerhand im Warenkorb gelandet.
Mit Risa kann ich jetzt nicht vergleichen, in Sachen Ausstattung/ Verarbeitungsqualität aber ganz generell mit meinem Bestand an normalen Elektroklampfen (überwiegend im Preisbereich von ca. 1 - 4K). Auslieferungszustand ist gemessen am Preis okay, aber hier bekommt man halt schon, was man bezahlt. Insbesondere der Bundierung hat Flight wohl aus Kostengründen in der Endbearbeitung nicht die Sorgfalt gewidmet, die für ein angenehmes Greifgefühl wünschenswert wäre. Zudem ist mir rätselhaft, warum man sich dafür entschieden hat, als Saitenniederhalter einen ausgewachsenen Bass-Stringtree zu verwenden, der auf der zierlichen Kopfplatte einfach nur lächerlich deplatziert wirkt. Hölzer sind allerdings sehr in Ordnung - das Riegelfurnier der Decke zeigt ein wunderbar dreidimensionales Maserbild und das aufgesetzte Griffbrett vom gerösteten Ahornhals weist bei meinem Exemplar sogar ebenfalls eine leichte Flammung auf. Ansonsten sind die Hardwareteile von der Qualität absolut funktional, laden aber je nach persönlichem Anspruch/ Geschmack zum Upgrade ein.

Ich habe das Instrument zunächst komplett demontiert und danach:
- alle Bundenden (inkl. Nullbund) verrundet, Bundierung auf Hochglanz poliert
- Mechaniken getauscht; jetzt Schaller M6 Backlock mit leichten Knöpfen aus Galalith (Milchstein)
- Stringtree getauscht; jetzt Allparts Rollerstringtree - klein, leicht
- Sattel für dickere Saiten angepasst; jetzt .036"/ 0.26"/ 0.15"/ 0.10" (gibt auf den tiefen Saiten zwar einen deutlich strafferen Zug, aber dafür ist eine sehr flache Saitenlage schnarrfrei möglich)
- Toggleswitch gedreht, schaltet jetzt im 90° Winkel zu den Saiten und kommt damit in Bridgeposition nicht mehr so dicht ans Volumepoti ran; zudem die nervige Positionsmarker-Nase von der Unterlegscheibe entfernt und beigeschliffen
- Potiknöpfe getauscht; jetzt weiße Plastikknöpfe mit polierter Alueinlage
- Gurthalter getauscht; jetzt schallerkompatible Duesenberg-Pins mit von oben einschraubbarer Rändelmutter
- Buchsenplatte umlaufend entgratet und im Nachgang mit 800er Schleifvlies mattiert; sieht jetzt deutlich hochwertiger aus und fühlt sich auch besser an
- kleinere Lacknase am Halstaschenrand verschliffen, Folien nach Lösen aller Bauteile sauber entfernt (unter der offensichtlichen Montageschutzfolie befand sich tatsächlich noch eine zweite Schutzfolie Folie, die sich bei erneuten Festschrauben des Pickguards an einigen Stellen zu lösen begann...)
- das Unvermeidliche: Saitenlage, Intonation und Halskrümmung justiert

Wenn man den persönlichen Arbeitsaufwand mal außen vor lässt, liegt die Flight damit finanziell auf Risa-Niveau, ich würde aber auch mit entsprechendem Wertausgleich nicht tauschen wollen - die Flight ist einfach schicker. Einziger Kritikpunkt sind vielleicht die Pickups - Flight verbaut hier welche mit Keramikmagneten und feststehenden Polepieces, wärend Risa auf Alnico und Polschrauben setzt. Je nach eingesetzter Verstärkungslösung egalisiert sich das aber durchaus wieder, wenn man mit entsprechend angepassten Settings arbeitet.