Oder was ist das für ein Instrument unten links auf dem Bild von Pieter Bruegel d. Ä. ?
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Der_Kampf_zwischen_Karneval_und_Fasten_%281559%29.jpg&filetimestamp=20101006173422
Das ist der Beweis, toller link. Danke.
Ubs, wie verlinke ich denn?
Ich meine das Bild \"Der Kampf zwischen Karneval und Fasten\".
Aha, das der Link nicht funktioniert liegt am End an dem albernen Smiley
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Der_Kampf_zwischen_Karneval_und_Fasten_%281559%29.jpg&filetimestamp=20101006173422
Super, toller Fund!
Vielleicht können unsere niederländischen Akademiker etwas zur historischen Klärung beitragen :mrgreen:
Ukulele mit Sicherheit nicht, aber die Vorläufer waren ja schon einige Zeit im spanisch/portugiesischen Musikalltag vertreten. Remember: Die Niederlande gehörten zur Zeit Breughels zu Spanien! Paar Jahre Später hat das Willkür Regime Phillipp II. und seines Bluthundes Alba die Niederländer in den Widerstand getrieben, ein 80 jähriger Unabhängigkeitskrieg, der erst mit dem Westphälischen Frieden endete (= Ende des 30 jähr. Krieges) Breughel hat immer wieder spanische Details in seinen Bildern verarbeitet... Ich tippe bei dem Instrument auf eine Vihuela.
SR
Zitat von: Sir RoyIch tippe bei dem Instrument auf eine Vihuela.
Waren die nicht deutlich größer?
Zitat von: TukeWaren die nicht deutlich größer?
Tuke, du hast Recht, war nur ein Schnellschuss.
Ist wohl eher eine Art Renaissance Gitarre oder Quinterna. In der Zeit entstehen die Vorläufer der heutigen Gitarre.. sie waren auch nicht unbedingt genormt von der Größe..
SR
Toller Fund zwar!!!!!!! :P
Spottdrossel
Ganz klar ein Charango!
Rechts vom Ukulelenspieler ist eine Bäckerin mit eindeutig STUTTGARTER BREZELN zu sehen. Also ist das Bild vom Stuttgarter Marktplatz (der wurde nach dem tausendjährigen Reich umgestaltet).
Ist doch alles logisch: Der erste schnellaufende Verbrennungsmotor wurde in dieser Stadt erfunden, die Zündkerze, die Brezel und die Ukulele. Und noch vieles mehr - man weiß von vielen Erfindungen nur nicht, in welcher Strasse.
Nein, das Schiesspulver stammt nicht aus dieser Stadt.
Das hat mir keine Ruhe gelassen und ich habe noch mal in meiner \"Privatbibliothek\" geforscht:
\"Christian Vöhringer, Pieter Bruegel,
Meister der niederländischen Kunst
Könemann 1999\"
Da findet sich eine große Abbildung 28 x 38 cm vom \"Streit des Karnevals mit der(!) Fasten\".
Das Original findet sich im Kunsthistorischen Museum Wien.
Drei Stimmwirbel auf der sichtbaren Seite deuten vermutlich auf einen Sechssaiter, leider.
Bleibt die Frage: Welches Instrument?
(https://www.ukulelenboard.de/proxy.php?request=http%3A%2F%2Fi56.tinypic.com%2F11ghhs6.jpg&hash=8bf4f9e357edef13386c1545a06477a108a0eec2)
Der Kopfschmuck - übrigens - könnte als Anregung für unsere verkleidungsfreudigen heutigen Mitspieler dienen... :mrgreen:
Edit nulluhrfünfzehn:
Ein Herr Schulze-Kurz hat in Philosophie(!) über die Laute promoviert. Auf seiner Homepage finden sich einige schöne historische Bilder von Saiteninstrumenten. Auch \"der\" Breugel ist dabei. Er deutet das Instrument als 4chörige Renaissancegitarre (mit Fragezeichen).
http://www.schulze-kurz.de/Schulze-Kurz_Galerie.htm
Naja, 4-chörig ist ja schon fast eine Ukulele.
Zitat von: Tuke
...und dicke Bäuche gab\'s damals auch schon :lol:
VG
Eine Renaissance-Gitarre _ist_ eine Ukulele -- sie heißt zwar nicht so -- aber de facto ist es dasselbe, sieht ein kleines bisschen anders aus... aber die Unterschiede sind letztlich relativ unbedeutend.
Eine der üblichsten Stimmungen dürfte uns auch wohlbekannt sein: GCEA. Da die Leute damals praktisch veranlagt haben, wurde die G-Saite doppelt ausgeführt, die eine Saite low-, die andere high-G. Somit hat man quasi beide Stimmungen gleichzeitig. Gespielt wurde diese G-Doppelsaite als Einheit.
Tabulaturen für Renaissance-Gitarre können normalerweise direkt mit einer Ukulele gespielt werden. Ob es sich mit Low-G oder High-G besser anhört, muß man jeweils ausprobieren, falsch hört es sich auf keinen Fall an.
Es gab vor längerer Zeit mal eine Seite die viele solcher Tabulaturen zur Verfügung stellte. Leider ist sie nicht mehr online, ich erinnere mich gerade nicht mal mehr an den Namen... :(
Theoretisch ist diese Musik ja schon seit Ewigkeiten gemeinfrei, aber heutzutage läuft das ja mit alter Musik oft so, daß sie von jemandem transkribiert wird, dabei werden zwei Noten geändert oder so, und dann sind die Bearbeitung und der Notensatz urheberrechtlich geschützt. An die Originale kommt man natürlich auch nicht so einfach \'ran, die sind in irgendwelchen Museumsarchiven... da braucht man schon besondere Genehmigungen... Faksimiles sind oft nicht leicht zu bekommen, und wenn, dann teuer, und da ist dann irgendwie auch wieder ein Rechtsschutz drauf, wie auch immer das funktionieren kann. Was man machen könnte ist wohl: Sich Faksimiles (für teuer Geld) kaufen, die Noten bzw. Tabs davon abschreiben (denn zwar ist die Reproduktion geschützt, jedoch nicht der Inhalt von dem was reproduziert wurde). So bekäme man dann wieder ein gemeinfreies Resultat.
Vielleicht sollte man so eine Aktion einfach mal durchziehen.
Wenn jemand jedoch gute (legale) Quellen für solche Musik kennt, fände ich das hochinteressant.
Viele Grüße
Wilfried
http://sites.google.com/site/classicalukulelearrangements/arrangements kennst du?
Hi,
dieses Trio hier http://www.pantagruel.de/
spielt so kleine Rennaissance-Instrumente. Ich hab sie mal live in einer Kirche in Bochum gesehen. Es ist schon erstaunlich, was aus so einem kleinen Instrument herauskommen kann.
Hab einen etwas älteren Thread gefunden, über google zur spanischen Renaissance-Gitarre:
http://www.ukulelenclub.de/Forum/UseBB/topic.php?id=5449
Und da ich in meiner \"Privatbibliothek\" ebenfalls einen Bildband vom Bauern-Bruegel gefunden habe, habe ich mal mit der Lupe gekuckt. Es sieht so aus als ob das Instrument fünf Saiten hat.
Viele Grüße! :-)
@Assel: Das sind neue Arrangements von alter Musik -- keine direkte Transkription von Renaissancegitarrentabulaturen. Solche Arrangements mache ich ja auch gelegentlich. (Also alte Musik für Ukulele umschreiben). Aber bei originaler Musik für Renaissancegitarre ist das eben gar nicht nötig -- die kann man schon so spielen wie sie ist.
Das Instrument von Pantagruel sieht aus wie eine Cister.
Viele Grüße
Wilfried
Ui, Du hast recht. Entschuldige... Das Instrument ab 1:46 ist eine Renaissance-Gitarre, würde ich sagen. Also eine Ukulele. Wie Du schon gesagt hast. :mrgreen:
@wwelti: verstanden, jetzt weiß ich, was du suchst. Hier in Berlin gibt\'t ja die Staatsbibliothek, und die haben da glaube ich so einiges... Such mal auf www.stabikat.de als Beispiel mal nach \"Lautenbuch\" (oder einfach ganz dreist nach \"Renaissance\". Ich persönlich mag die Musik vor Bach nicht genug, um da jetzt stundenlang Faksimiles unter den Scanner zu legen, aber vielleicht findet sich da ja noch jemand anders...
Zitat von: GoschiWer auf der von dir genannten Seite www.pantagruel.de auf das Untermenu \"Photos\" geht und dort unter \"Live Photos\" nach Bild \"9 von 13\" sucht, findet dort auch ein ganz gutes Bild vor.
(OT)
Wie klein die Welt doch ist...
Auf den Photos 3-8 seht Ihr Pantagruel in der wunderschönen Kirche, in der ich vor 25 Jahren konfirmiert wurde. :D
(weiter OT)
Ach, Du stammst aus der Weser-Taiga? Na sieh man an.
Es handelt sich um eine Renaissance-Gitarre. Die wurde als Vorläufer der heutigen Gitarren zu Pieter Bruegels Zeit gespielt.
Hier ein Replikat
(https://www.ukulelenboard.de/proxy.php?request=http%3A%2F%2Fimg3.fotos-hochladen.net%2Fuploads%2Fvorderansichtkuhqogn8mdw.jpg&hash=c258560bcce9d556276b04abcafa1ca65fccc366) (http://www.fotos-hochladen.net)
Interessant, dass diese Gitarren \"g c e a\" gestimmt waren.
g c e war jeweils doppelt bespannt.
Die a-Saite blieb alleine, weil sie sehr oft gewechselt werden musste (Qualität der Saite?).
Hier die Rückseite:
(https://www.ukulelenboard.de/proxy.php?request=http%3A%2F%2Fimg3.fotos-hochladen.net%2Fuploads%2Frueckansichtklyws5bhf63q.jpg&hash=120c3e7b8a11738260367d6b02e5976b52d5183c) (http://www.fotos-hochladen.net)
Hier die Bünde am Hals (mit Saite abgebunden und dadurch verschiebbar):
(https://www.ukulelenboard.de/proxy.php?request=http%3A%2F%2Fimg3.fotos-hochladen.net%2Fuploads%2Fseitenansichtbvjlx07pkig.jpg&hash=b8d79d3e432d2a689654829aca9221d0584ec6ff) (http://www.fotos-hochladen.net)
Die Rosette:
(https://www.ukulelenboard.de/proxy.php?request=http%3A%2F%2Fimg3.fotos-hochladen.net%2Fuploads%2Frosettekleink5ing97x0y.jpg&hash=ebf903c64e965b1c2a35cc011dea4a2ddfadf0b3) (http://www.fotos-hochladen.net)
Die komplette Seitenansicht:
(https://www.ukulelenboard.de/proxy.php?request=http%3A%2F%2Fimg3.fotos-hochladen.net%2Fuploads%2Fseitenansichtkpjty9lo05g.jpg&hash=0e5327b3f46fe970a2a9fbc59659bf17bc81a586) (http://www.fotos-hochladen.net)
Dieses Instrument habe ich bespielt (Fingerpicking) und ich muß sagen, daß ich nie ein besseres in der Hand hatte.
Da steckt sehr, sehr viel Arbeit drin und es wurde auf absolute Bundreinheit und optimale Klangverstärkung Wert gelegt.
Tatsächlich hat dieses Instrument einen unglaublichen Klang, der sehr melodisch ist und einen Ukulelenspieler schon sehr erstaunt.
Bei sehr ähnlicher Bauweise (Ukulele) und gleicher Stimmung ist dieses Instrument ein Klangwunder.
Und das obwohl die Seitenzargen in etwa denen einer Ukulele entsprechen.
Die Saitenlage (Höhe zum Brett) und die geringen Abstände der Doppelsaiten ermöglichen dem Ukulele-Spieler ein sofortiges Loslegen.
Ich durfte sie auf einer Kunsthandwerker-Ausstellung (Haus des Gastes Bad Dürrheim) bespielen und hatte schnell eine Menge Menschen um mich herum.
Seit diesem Tag hat sich meine Liebe zu meiner Brüko-Sonderanfertigung in liebevolles Verständnis gewandelt.
:mrgreen:
Zitat von: losguidos...und dicke Bäuche gab\'s damals auch schon :lol:
Macht Ukulele spielen schwanger ??? :roll:
Oder ist es ein Hungerödem, das viele Berufsmusiker ziert ??? :roll:
Im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg habe ich eine ganze Reihe solcher ukulelenartigen Istrumenten gesehen. Vielleicht habe die auch in ihrem riesigen Archiv Tabulaturen.
Und im 2. Jahrtausend v. Chr. spielte man bereits im Iran Ukulele (auch schon mit Hut)...
(https://www.ukulelenboard.de/proxy.php?request=http%3A%2F%2Fi41.tinypic.com%2Fnb2n8m.jpg&hash=0722d77bdbf67b81d292b0c1925c497905e00834)
Die Ähnlichkeit zu manch Eigenbau aus der Bastelecke ist unverkennbar.
Würde mich nicht wundern, wenn bereits die Neandertaler Ukulele spielten...
Wow, toller Fund und interessante Diskussion. Danke! :D
(Ich dachte beim Threadtitel erst, den Ersteller plage eine extreme Form von UAS, und die Zahl wäre die Anzahl der Ukulelen in seinem Besitz. :mrgreen: )
Zitat von: Linho...Ich dachte beim Threadtitel erst, den Ersteller plage eine extreme Form von UAS, und die Zahl wäre die Anzahl der Ukulelen in seinem Besitz....
Das gibt dem Faden eine interessante Wendung. Wo liegt eigentlich der Rekord ???
2011 haben sich knapp 950 Ukulisten im US-Bundesstaat Maryland versammelt, um einen Eintrag ins Guinness Buch zu erhalten. Ihr Ziel: Das größte Ukulele-Ensemble der Welt aufzustellen. Der bisherige Rekord liegt bei 851... Wenn jeder nur 2 Ukulelen besitzt...
Aber als Einzelner ???... :shock:
10 Sopran-Ukulelen passen im Einzelkarton in einen großen Karton von 1,04x0,40x0,24 m, das wären dann insgesamt ca. 15,6 Kubikmeter Sopran-Ukulelen... :roll:
Is\' ja gar nicht sooo schlimmm - falls ich mich nicht verrechnet habe, bliebe in meinem Wohnzimmer sogar noch Platz für \'ne Sitzecke... :mrgreen:
Das füllt ja einen 20-Fuß-Container nicht mal zur Hälfte - da paßt locker noch der eine oder andere Konzertflügel dazu. Aber das Stimmen :shock: !