Warm, Bright, Mellow?

Begonnen von Joralin, 19. Mär 2020, 20:03:16

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Joralin

Hallo Zusammen,

ich stolpere immer etwas mit der Definition und Abgrenzung dieser Begriffe, die im Zusammenhang mit verschiedenen Hölzern und Saite gemacht werden.

Vielleicht kann mir ja jemand etwas auf die Sprünge helfen?

- Bright : Nach meiner Defintion einfach ein "heller, hoher Ton"
- Warm : ich würde darunter ebenfalls einen hohen Ton erwarten. Allerdings scheint die Defintion anders zu sein?
- Mellow : "Lieblich", aber wie genau? Mitten mit sanften Höhen oder etwas anderes?

Knasterbax

Ich glaube, es gibt da keine definierten Kategorien. Diese Begriffe werden je nach Hersteller bzw. Spieler unterschiedlich gebraucht und verstanden.

Ich benutze bright und hell synonym und verstehe darunter den Klang eines Instruments mit Fichtendecke.
Mellow und warm würde ich auch nicht unterscheiden, passt für mich zu einer Uke mit Zederndecke.

Lustig wäre, mal weitere Bezeichnungen dieser Art zusammenzutragen und zu schauen, wer was worunter versteht. Wenn das deinen Fred nicht kapert, Joralin, mache ich mal den Anfang:

"trocken" und "holzig" sind für mich Begriffe, die den Brüko-Sound gut beschreiben.

"boxy", also schachtelig, lese ich ab und zu bei GotAUkulele, für Barry ist dass wohl eher negativ gemeint und beschreibt vielleicht eine Uke mit wenig Sustain. Wo alles in der Kiste drin bleibt.

"Schuhkarton mit Saiten drauf" höre ich auch immer wieder mal beim Berliner Stammtisch, aber Brüko hatten wir ja schon  ::)
Ich bin ja eher fürs Spielen als fürs Üben. (skiffle)

isso

#2
Zitat"Schuhkarton mit Saiten drauf" höre ich auch immer wieder mal beim Berliner Stammtisch, aber Brüko hatten wir ja schon

Ich hatte schon bessere Schuhkartons  :D

ansonsten mal einfach drauflos assoziiert und gesponnen:
Mit warm/mellow verbinde ich: mittenbetont, muffig/dumpf, heimelig angenehm gefühlig, Gibson Les Paul, Eric Clapton (obwohl der irgendwann zur Strat übergelaufen ist).
Mit bright/brillant: obertonreich, transparent, klar, grell, eher den Intellekt ansprechend, Fender Stratocaster, Jimmy Hendrix, Jeff Beck

boxy: Klang wie aus einer Schachtel oder einem Telefonhörer (wer kennt diese Dinger noch?), sehr muffig, indirekt durch lange Latenzzeit, wahrscheinlich bewirkt durch fingerdicke Decken.

Mich spricht eher der brillante Klangcharakter an, zumal ich die negative Seite, das evtl. Grelle, durch geeignete Saitenwahl sowie ein wenig Spieltechnik ausgleichen kann (zumindest bei besseren Instrumenten). Bei den warm-muffigen Instrumenten bleibt der Muff.

Ich würde die Klangcharakteristik nicht in erster Linie vom verwendeten Material herleiten. Auch gibt es warm klingende Instrumente mit wenig Muff und viel Transparenz, in Masse und Tendenz aber eher nicht. Brüko (sorry, liebe Brüko-Fans, aber da müsst ihr durch) schafft es, das Schachtelig-Muffige mit einer etwas nörgelnden Schärfe zu verbinden. Aber selbst dafür gibt es m.E. geeignete Musik.

Joralin

Danke für eure Einschätzungen, immer Interessant. 👍

Bei Brüko finde ich persönlich dass extrem viel an den Saiten liegt.
Einen Fichten oder Ahorn Brüko kann super klingen wenn man die richtigen Saiten aufgezogen hat. Laut, klar und mit viel Sustain.
Ich bin allerdings kein Fan der Mahagoni Brükos-  zu kratzig, hell und laut. Mit Worth Saiten zwar nicht schlecht, aber nicht wirklich "mellow".