Ukulelenformen und Klang

Begonnen von Joralin, 13. Apr 2020, 21:50:53

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Joralin

Hallo Zusammen,

mich würde mal der Klangliche Unterschied verschiedener Ukuleleformen interessieren:

- Standardform (Gitarre)
- Pineappleform
- Tropfenform (z. B. Roy Smeck Vita)

Die Pineapple ist ja z. B. etwas voller vom Klang als die Gitarrenform. Allerdings gefällt mir diese Form nicht wirklich.

Die Tropfenform finde ich sehr Interessant, aber wie klingt sie im Vergleich zu den beiden Anderen?

Knasterbax

#1
Hi Joralin,

die Frage finde ich schwer zu beantworten. Es gibt so viele Faktoren, die den Klang einer Ukulele beeinflussen: Die Größe, das verwendete Tonholz, die jeweilige Bauweise, das Saitenmaterial und nicht zuletzt die Spielweise des Players.

Um allein den Einfluss der Korpusform vergleichen zu können, müsste man 3 Ukulelen in der gleichen Mensurlänge bauen, aus dem gleichen Tonholz, sie mit den gleichen Saiten bespannen und sie dann unter identischen Bedingungen vom selben Musiker spielen lassen. Und selbst dann gäbe es vermutlich noch Einflüsse, die einen Unterschied machen, und die nichts mit der Korpusform zu tun haben.

Abseits dieser akademischen Betrachtungen würde ich vermuten: Pineapple lauter als Achtform, Vita lauter als Pineapple. Meine kleine Vita hat an Lautstärke alles übertönt, was außenrum Ukulele war. Aber sie hatte auch eine Fichtendecke und war mit Aquila Reds bespannt. Womit wir wieder bei den Betrachtungen von oben wären...  ::)

(Die Instrumentenbauer in dieser Runde können sicher besser erklären, welchen Einfluss die jeweilige Bauform auf den Klang hat. Die Position des Stegs auf der Decke spielt mit Sicherheit eine Rolle, aber viel mehr weiß ich dazu nicht.)
Ich bin ja eher fürs Spielen als fürs Üben. (skiffle)

TooOldForRockNRoll

Hallole,
nach meinen Erfahrungen klingen die größeren Formen voluminöser in Bezug auf das Klangspektrum, vermutlich weil das Korpusvolumen bzw. die Fläche der Decke relativ größer ist als bei einem Instrument nit Achterform mit gleicher Mensur. Ob sie zwangsläufig deshalb lauter sein müssen kann ich nicht sagen, meine Ohana Vita war es auch, so wie Knasterbax geschrieben hat. Es gibt aber auch sehr laute Ukulelen in Achterform z.B. in Soprangröße. Meine beiden DJ Morgan Pineapples dagegen finde ich nicht auffallend lauter als "normale" Ukulelen, aber sie haben einen wärmeren Klang als andere Ukulelen gleicher Größe (Sopran und Sopranino). Direkter Vergleich fehlt natürlich... Es gibt noch weitere Formen mit vermutlich ähnlichem Effekt z.B. ein Modell von Oscar Schmidt in Glockenform.
Music is my best friend

Knasterbax

Als weitere Faktoren fällt mir noch die Korpushöhe ein, siehe die Travel Ukulelen, und ein flacher versus gewölbter Boden.
Ich bin ja eher fürs Spielen als fürs Üben. (skiffle)

TooOldForRockNRoll

Zitat von: Knasterbax am 14. Apr 2020, 09:39:13
Als weitere Faktoren fällt mir noch die Korpushöhe ein, siehe die Travel Ukulelen, und ein flacher versus gewölbter Boden.

Wenn ich meine Sopranukulelen vergleiche fällt mir auf, dass die besonders leichten Instrumente auch am lautesten sind. Vielleicht steckt dahinter die Erklärung warum kleine Ukulele was die Lautstärke angeht sich oftmals nicht vor größeren Tenören verstecken müssen. Wenn die Fläche der Decke kleiner ist müsste sie doch dünner und mit sparsamerer Beleistung ausgeführt werden können. Ich bin kein Physiker, aber eine dünnere Resonanzfläche müsste eigentlich leichter zum Schwingen gebracht werden können als eine dickere.
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