Krafttraining/Spieltechnik

Begonnen von Buhnenhuper, 19. Dez 2022, 10:49:33

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Buhnenhuper

So jetzt spiele ich seit vier Jahren Ukulele und habe das Instrument haptisch soweit im Griff, dass ich wahrscheinlich 99%
der möglichen Akkorde locker spielen kann, Fingerpicking klappt auch ganz gut mit verschiedenen Techniken, Anschlagstechnik ist auch variabel.

Warum dauerte das so lange: Weil ich die ersten zwei Jahre falsch geübt habe: Falsche Spielhaltung und vor allem zu Kraftaufwendige Technik. - Das man ohne Kraft spielen sollte ist zwar verstanden worden, aber die Umsetzung funktionierte nicht, da ich mir technisch ,,Bad Habits" angewöhnt hatte:

Als Anfänger ist es schwierig beim Akkordspiel alle Finger gleichzeitig zu setzen, also setzt man vielleicht erst einen Finger und dann die anderen, was auch OK ist, wenn man das nicht in der falschen Weise macht:

Ich habe den ersten Finger als Rotations und Hebelpunkt missbraucht um dann um diesen Punkt die Hand rotiert. Ich denke, die Hand sollte sich so gut wie gar nicht bewegen, sondern nur die Finger ausser dem Daumen, dessen Position ich nicht ändere, es sei denn ich verschiebe die Lage.

Wenn ich nun trotzdem ein oder zwei Finger nicht sauber gesetzt habe, habe ich ,,Nachgedrückt" oder die Finger auf die Seite geschoben oder gezogen.

Ich bekam immer wieder den Hinweis, dass man mit möglichst wenig Kraft spielen solle, doch wie man das technisch macht blieb mir ein Rätsel, da meine schlechte Technik eben Kraft erforderte.

Grundsätzlich halte ich persönlich nichts davon, wenn man als Anfänger gleich mit dem Akkordspiel beginnt und versucht Songs in einem wahrscheinlich zu hohen Tempo zu spielen, wenn man noch nicht einmal einzelne Finger sauber aufs Griffbrett bekommt.

Beim Strumming habe ich auch zusehr aus dem Arm und dem Handgelenk gespielt anstatt nur z.B. mit dem Zeigefinger zu ,,Streicheln".

Beim Picken dasselbe: Viel zu viel Bewegungen aus dem Arm und Handegelenk anstatt nur aus den Finger zu spielen.

-Das sind nur meine persönlichen Erfahrungen und ist nicht Allgemeingültig.


Knasterbax

Spannende Schilderung, vielen Dank!

Hier noch ein bisschen Senf von mir zum Thema - beim Umsetzen von Akkorden finde ich zweierlei hilfreich:

a) Zu beachten, ob bestimmte Finger liegen bleiben können und so als "Anker" dienen.

b) Bei Akkordwechseln, wo kein Finger (außer dem Daumen) liegen bleiben kann, hilft mir zum Üben die "Zeitlupentechnik": Akkord 1 vom Griffbrett abheben und in Zeitlupe auf Akkord 2 landen, wobei sich die Finger im Flug neu positionieren.

Die weltbeste Strumming-Anleitung fand ich bei James Hill:


Ich bin ja eher fürs Spielen als fürs Üben. (skiffle)