Balaleika

Begonnen von tannenbaum, 24. Mai 2023, 14:57:52

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tannenbaum

Hallihallo,
ich habe eine Balaleika geschenkt bekommen und muss diese wieder etwas besser gangbar machen. Ein paar Fragen hätte ich dazu: Haben Balaleikas "floating bridges" oder ist da nur der Klebstoff weg? Wie positioniert man einen solchen Steg, sollte er nur aufgesetzt sein? Ich habe es ja dann mit 2 unbekannten zu tun, der Saitenspannung und der Position des Steges...

Grüße,
Tannenbaum

Louis0815

Bei der Ukulele sitzt der Steg so, dass der 12. Bund genau auf Mitte der Saite (zwischen Sattel und Steg) liegt - hilft dir das evtl schon weiter?
Solange sie Saiten Spannung haben ist der Kleber egal, die Saitenspannung hält den Steg in Position (wie beim Banjo)
::===( o ו )  ( ו o )===::
Sopranino: Antica Ukuleleria Allegro
Sopran: Makala MK-S, Kala SSTU-FMCP, Makala Waterman, Firefly Banjolele, Flight TUS-50, Flight WUS-3, Kala Bambus
Konzert: Flea M-42, Blackbird Clara, ukuMele Akazie I (CGDA), Big Island KTO-CT, Noah 8string, Kiwaya KPC-5K, Risa Stick, Romero STC-X, Brüko K021
Tenor: Pono MTDX8, KoAloha KTM-25
Bass: Kala UBass EM-FS (Aquila Red)


(Jeder kann mitsegeln, auch ohne Vorkenntnisse: www.alex-2.de)


tannenbaum

Zitat von: Dedel am 24. Mai 2023, 18:48:21Hast Du schon mal hier geschaut?=

https://www.russische-balalaika.de/1-6-balalaika-geometrie-die-teile-der-balalaika-proportions-schema-aufbau-technische-details/

Die Seite ist mir bekannt, leider völlig unübersichtlich. Ich könnte da leider nichts bzgl. Des Stegs finden...

Bugle

#4
Zitat von: louis0815 am 24. Mai 2023, 15:44:47Bei der Ukulele sitzt der Steg so, dass der 12. Bund genau auf Mitte der Saite (zwischen Sattel und Steg) liegt ...

Das ist leider genau nicht so sondern nur theoretisch! In der Praxis kommt hier noch die sogenannte Kompensation ins Spiel. Durch herunterdrücken der Saiten erzeugt der Spieler eine Spannung auf der Saite, was dazu führt, das diese hochfrequenter schwingt als ihre eigentliche Länge zulässt. Dadurch klingt sie höher☝️. Um dies auszugleichen, setzt man den Steg/Stegeinlage, in Abhängigkeit von Mensur und Saitentyp, ein wenig weiter nach hinten. Das nennt sich Kompensation und führt schlussendlich zur Bundreinheit. Bei Tenorukulelen kompensiere ich z.B. ca. 2.5mm. Bedeutet bei einer theoretischen Mensur von 420mm ist der Abstand zwischen Sattel und Stegeinlage 422,5mm.

Grüße vom Iphone aus der Normandie.

Edit: Das ist Musiktheorie und allgemeingültig, unabhängig vom Saiteninstrument. Die effektive Größe der Kompensation ist wie gesagt abhängig vom Saitentyp und der Mensur.  Irgendwo gab es mal einen Kompensationsrechner online; wenn ich wieder weiß wo, ergänze ich den Link hier.

Dedel

Zitat von: tannenbaum am 24. Mai 2023, 19:11:15Die Seite ist mir bekannt, leider völlig unübersichtlich. Ich könnte da leider nichts bzgl. Des Stegs finden...

Auf der Seite, die ich verlinkt habe, kannst Du einfach nach unten Scrollen, irgendwann erscheinen dort auch die Hinweise zur Positionierung des Stegs.

Zur Mensurlänge kommt, wie Bugle bereits beschrieben hat, die Kompensation dazu. Die läßt sich bei Instrumenten mit nicht verleimten Stegen, wie der Balalaika, am besten durch
Ausprobieren mit Hilfe eines Stimmgerätes ermitteln. Bei meiner Banjo-Ukulele habe ich das so gemacht.
Evtl. musst Du den Steg etwas schräg aufsetzen, weil dicke Saiten eine andere Kompensation benötigen als dünne.

Hier ist noch ein Link zum fret-calculator von stewmac. Man kann verschiedene Instrumente als Basis auswählen. Balalaika ist leider nicht dabei, mußt Du mal schauen, ob Du was damit anfangen kannst.

https://www.stewmac.com/fret-calculator/

KarlOrlo

Zitat von: Bugle am 24. Mai 2023, 19:16:49Irgendwo gab es mal einen Kompensationsrechner online; wenn ich wieder weiß wo, ergänze ich den Link hier.
Wer sich da durchwühlen will, gern
https://www.liutaiomottola.com/formulae/compensation.htm
LG

TooOldForRockNRoll

Hier wurde auch schon mal im Board darüber geschrieben:

https://www.ukulelenboard.de/index.php?topic=9249.0

Mit der "Floating Bridge" hast du durchaus recht nach dem was ich gelesen habe, also den Steg nicht festleimen. Die Position kannst du natürlich zunächst mit der halben Mensur ungefähr bestimmen und zumindest die beiden äußeren Saiten ungefähr stimmen. Dann die Position durch Ausprobieren so bestimmen dass die Saiten oktavrein sind. D.h. dass der Flageolett-Ton der offenen Saiten dem Ton der im 12. Bund gegriffenen Saiten entspricht. So würde ich es machen und so habe ich es auch bei Banjo Ukulelen schon gemacht. Ich würde mich also rein auf mein Gehör verlassen statt in irgendwelchen Tabellen zu schmökern.
Music is my best friend