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Tenayo UGB-1 Pyramid auf Fretless

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stephanHW:
Zum U-Bass von Tenayo gibt es bereits einen Thread. In dessen Verlauf wird auch deutlich, das unter der Typenbezeichnung UGB-1 zwei unterschiedliche Instrumente angeboten werden.
Bei T. bekommt man das von Guchot vorgestellte Instrument http://www.thomann.de/de/tenayo_ugb_1_ukulelen_bass_starter.htm, über ebay kann man bei der `Music Marketing AG´ das hier noch einmal vorgestellte, wesentlich günstigere Modell erstehen.
Ibongo hat den Bass ja eigentlich schon vorgestellt und Jens konnte die positiven Eindrücke bestätigen. Mit einem eigenen Thema geht der Kleine möglicherweise nicht so leicht verloren, was man ihm angesichts seiner Qualitäten wünschen sollte.


Sauber verpackt, sauber verarbeitet, tolles Gigbag. Der Vorverstärker mit Stimmgerät ist identisch mit dem im Korala U-Bass verbauten. Das Stimmgerät arbeitet verlässlich, die Klangregelung ist effektiv, unangenehmes Rauschen ist mir bisher nicht aufgefallen.
Hals und Griffbrett sind sauber verarbeitet, die seitlichen Bundmarkierungen sind gut zu erkennen, die Dot-Marker sind beim Fretless da, wo sie hingehören, auf Höhe der Bünde.
Die Tiefe der Sattelkerben nimmt zu den Basssaiten hin ab, was vermutlich dem eindrucksvollen Schwingungsverhalten der Gummisaiten geschuldet ist. Also stimmt auch da vermutlich alles.

Da ich (natürlich) auf Pyramid-Saiten umrüste, ist die Sattelhöhe nicht optimal, kann man aber einmal mehr im Moment mit leben.
Eine Überraschung bot sich an der Kopfplatte. Unter den Gummirollen saßen klein dimensionierte Mechaniken, wie sie auch bei Gitarren verbaut werden. Die benötigen eine 10mm Bohrung. Mit den ebenfalls frisch gelieferten Bass-Mechaniken kam ich da nicht weiter.

(die Batterien für den Preamp fanden sich in der kleinen Vortasche des wirklich schönen Gigbags)

Auch ich bin angesichts des Preises einigermaßen sprachlos über die Qualität des Basses. Mag man Aquilas, kann man sofort loslegen, ohne Bastelei und Gemurkse. Alle Saiten klangen gleichmäßig laut, weder Piezo noch Vorverstärker machten Dinge, die sie nicht sollten.
Die herausfallende Abdeckung der Service-Öffnung ist angesichts der simplen Behebung des Problems nicht mal ein Ärgernis zu nennen (s. Nachbarthread).
Schaut man in das Schalloch, so vermisst man eine Halseinstellschraube. So viel Luxus bietet der Tenayo dann doch nicht. Da der Hals jedoch recht substanziell wirkt, hoffe ich trotzdem auf gute Überlebenschancen.

Wie machen sich also Pyramid-Saiten auf einem bundlosen U-Bass?
Gut! https://www.youtube.com/watch?v=IFSwRY4h-JM&list=UUBB57sMdxAlhf0c1vO5DmuA&index=1
Die Oberfläche der Saiten ist nicht ideal zum `Sliden´, da wäre man mit Black Tape Nylons besser beraten. Der Ton ist jedoch unübertroffen. Spielerische Nuancen werden von diesen Saiten wesentlich besser übertragen, ein Tremolo, das sich in den Gummiwülsten hoffnungslos verliert, kommt mit den Pyramids tatsächlich an. Nachteil der Präziseren Wiedergabe ist, das man zu genauerem Spiel genötigt wird. Insbesondere die höheren Lagen sind bei der kurzen Mensur schwer zu beherrschen. Da oben klingt schnell alles chronisch falsch.
Wer meint, sich im Spielfluss mal eben zum richtigen Ton hinmogeln zu können, macht sich etwas vor.

Zu den akustischen Qualitäten. Ich habe immer wieder behauptet, so ein U-Bass kann mit den richtigen Saiten problemlos unverstärkt in kleinen Gruppen genutzt werden. Auf meinen Korala-Bass trifft das auf jeden Fall zu. Der Tenayo schwächelt diesbezüglich etwas. Zwar ist er auch gut zu verstehen, der unverstärkte Ton lässt jedoch Bassanteile und Höhen vermissen, ist etwas topfig und etwas leiser, als der Korala. Keine Ahnung, ob der Tenayo sich im Durchschnitt bewegt und der Korala außergewöhnliche Qualitäten besitzt, oder umgekehrt. Zum Üben und zum Zusammenspiel mit einer Ukulele reicht es auf jeden Fall allemal.

Das Klangbeispiel habe ich mit dem käsigen GarageBand Playback aufgenommen, da mich eigentlich interessiert, wie so ein Instrument im musikalischen Zusammenhang funktioniert, wie es sich in den Gesamtklang einbettet. Ob da irgendein Schnarren in der x-ten Lage sein könnte oder ob Griffgeräusche entstehen, ist eigentlich völlig uninteressant. Bei rundgewickelten Saiten hat man immer damit zu tun. Man muss sie einerseits kontrollieren, andererseits werden sie von anderen Instrumenten überdeckt.

Fazit zu diesem Bass: Tolles Instrument zu einem sensationellen Preis.

EDIT:
WICHTIG! Mit den vorhandenen Mechaniken können jederzeit auch die Pyramid Copperwound-Strings für Ukulelenbass aufgezogen werden.
Ein Wechsel der Mechaniken ist nicht notwendig, ich nehme ihn aus ästhetischen Gründen vor und weil ich auf diese Weise etwas mehr Anpressdruck auf den Sattel bekomme.

jazzjaponique:
Kann nur begeistert zustimmen. Klasse das Teil.

-Jens-:
Schönes Video, klasse Sound, toll gespielt!

Ansonsten kann ich mich nur anschließen. Falls es eine Lösung für die Mechaniken gibt, lass es mich wissen.
(Hab entsprechend Kluson small bass tuners abzugeben, oder ich schick sie zurück, denn nach bohren steht mir nicht der Sinn)

stephanHW:

--- Zitat von: -Jens- ---
Schönes Video, klasse Sound, toll gespielt!

Ansonsten kann ich mich nur anschließen. Falls es eine Lösung für die Mechaniken gibt, lass es mich wissen.
(Hab entsprechend Kluson small bass tuners abzugeben, oder ich schick sie zurück, denn nach bohren steht mir nicht der Sinn)

--- Ende Zitat ---

Vielen Dank, Jens.

Ich werde es mit gewöhnlichen Gitarren-Mechaniken versuchen, bin aber noch auf der Suche. Einen Satz Harley Benton Bassmechaniken habe ich jetzt auch rumliegen :mrgreen:
Bohren würde ich auch nicht, die Kopfplatte ist wirklich sehr klein. Das hat jedoch den Vorteil, das der Bass in Bariton-Koffer passen müsste.

stephanHW:
Nun sind auch die Mechaniken gewechselt. Alles schmerzlos und unproblematisch, kann jederzeit für Gummi oder Black Tape Nylon zurückgebaut werden.



@ Jens
Habe mich letztlich für Kluson MG33N entschieden. Das geht bestimmt auch günstiger, aber ich habe jetzt mal genommen, was im Einzelhandel(!!!) verfügbar war.
Sind auch schöne Mechaniken.

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