Autor Thema: Notebook Displayschaden  (Gelesen 550 mal)

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Offline Knasterbax

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Notebook Displayschaden
« am: 04/27/21 ,April, 2021, 22:21:42 »
Guten Abend, ihr Lieben,

heute war mein Glückstag: Das Convertible meiner Frau ist mir aus der Hand gerutscht, der Display-Teil auf den Boden gelandet. Jetzt hat die Glasscheibe einen fetten Sprung, und die Touchscreen-Funktion ist hin.

Jetzt stellt sich mir die Frage, ob eine Reparatur Aussicht auf Erfolg hat (und sich die Kosten lohnen, das Teil ist von 2017).

Dieser Bericht von notebook-doktor.de beschreibt den Austausch der Display-Scheibe bei genau dem betreffenden Modell, und er stimmt mich wenig hoffnungsvoll: https://www.notebook-doktor.de/2017/12/schwierige-display-reparatur-tablet-asus-t102ha

Würdet Ihr eine Reparatur noch in Betracht ziehen oder Euch eher auf die Suche nach Ersatz machen?

Für Rat&Tat dankt wie immer der
Knasterbax

PS.
Um dieses Gerät geht es: ASUS T102H
« Letzte Änderung: 05/07/21 ,Mai, 2021, 16:28:51 von Knasterbax »
"Ich bin ja eher fürs Spielen als fürs Üben." (skiffle)

Offline mock

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Antw:Notebook Displayschaden - reparabel?
« Antwort #1 am: 04/27/21 ,April, 2021, 23:42:56 »
Oje, wie ärgerlich! Hast Du einen Smartphonerepairshop Deines Vertrauens in der Nähe? Dort kannst Du das Gerät mal unverbindlich vorstellen. Soweit ich informiert bin, bieten viele Läden nicht nur Handyreparaturen an.
LG Mock
00101010!

Offline ukelmann

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Antw:Notebook Displayschaden - reparabel?
« Antwort #2 am: 04/28/21 ,April, 2021, 07:16:35 »
Guten Morgen,
ja, so etwas ist reparabel.
Mein Lenovo Yoga-Tablet, Kosten 200-250 € vor ca. 7 Jahren, musste durch mein Geschick bereits im ersten Jahr das Gleiche durchleiden, das Display funktionierte aber noch.
Die Risse haben sehr genervt, und die lokalen Reparaturläden wollten nicht reparieren, Gründe wie "lohnt nicht/Gerät zu billig/ haben nur Samsung/iPad" wurden genannt.

Im Netz habe ich den Bildschirm für ca. 75 € gefunden, da ein russischer Youtuber seine Reparatur zeigte, und eine Liste mit den Einsatzmaterialien im Kommentar hatte.
Ich habe recht lange überlegt, ob ich das mache, aber 75 € war mir die Erfahrung wert, ein neues Gerät hätte wieder bei ca. 200 € gelegen.

Bildschirm bestellt, Reparatur durchgeführt, das Lenovo ist noch jeden Tag im Einsatz! Und die Erfahrung hat mir geholfen zweimal bei Handys die Akkus zu tauschen (je 25 € für Akku plus Werkzeug, statt 200 € für neues Handy).

Tablets und Handys sind völlig primitiv im Aufbau: Ein stabiler Rahmen, ein aufgeklebtes Display, eine aufgeklebte/angeklippte Rückseite, innen ein Chip von dem aus Flachbandkabel zu Akku, Display, externen Anschlüssen gehen.  Diese sind manchmal in den Rahmen gesteckt, teilweise auch geschraubt. Im Innern eines Tabletts herrscht tendenziell gähnende Leere.

Die Flachbandkabel zur Peripherie sind i. A. an einem Ende gesteckt (sehr zierliche Steckerleisten), teilweise auch mit Mini-Schrauben/Klebestreifen irgendwo fixiert. In Handy geht das natürlich enger zu als im Tablet. Da musst ich z. B. die Antenne (eine Klebefolie von 3x4cm mit einer sichtbaren Leiterspirale und einem Ministecker von ca. 5x5 mm) sehr genau wieder auf den Akku kleben, damit der Ministecker nicht neben den Kontakten landete.

Vorgehen:
- Bildschirm, zugehöriges Klebeband und "Werkzeuge" bestellen.
- Man braucht die exakte Gerätebezeichnung des Tablet für den Bildschirm.
- Das Werkzeug sind im Grunde einfache Plastehebel, damit Oberflächen/Kanten nicht beschädigt werden. Man kann auch Holz oder Metallhebel nehmen, bei letzteren sehr aufpassen.

Und nun viel Zeit mitbringen:
- größtes Hemmnis ist der aufgeklebte Bildschirm, nicht ganz so schwierig sind die eingeklippten Rückseiten.
- Den Bildschirm sehr vorsichtig mit Wärme und viel, viel, viel Geduld sehr langsam lösen. Das braucht die meiste Zeit.
- Bei eingeklippten Rückseiten muss man die Haken finden und vorsichtig mit den Hebeln zurückdrücken, um nichts zu beschädigen. Falls da was schiefgeht, muss man hinterher halt auch die Rückseite irgendwie festkleben.
- Die Klebeflächen sehr gründlich vom Restkleber befreien/reinigen. Sonst bleiben "Buckel" zurück die beim Wiederfestkleben stören und zu Lücken führen.

Sobald der Bildschirm gelöst ist, vorsichtig abheben, damit man keine Leitungen abreißen. Dann kann man die Fixierungen der Bandkabel lösen, ihn aus dem Stecker ziehen und gegen einen neuen tauschen. Der Einbau geht dann ziemlich fix.

Den Bildschirm habe ich (soweit ich mich erinnere) bei Alibaba gekauft, einschließlich des Klebebands. Irgendwelche Kunststoffhebel hatte ich (habe auch Schraubenzieher genommen). Akkus+Werkzeug fürs Handy hatte ich bei https://www.kaputt.de gekauft. Die haben auch Material für Tablets.  Vielleicht findet sich auch eine Anleitung zu deinem, oder einem sehr ähnlichen Tablet auf Youtube.

Letztendlich muss man selbst Kosten/Risiko gegeneinander abwägen. Mir waren das die 75 € wert, und es hat sich sehr gelohnt.

Offline ukelmann

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Antw:Notebook Displayschaden - reparabel?
« Antwort #3 am: 04/28/21 ,April, 2021, 17:09:56 »
Wie blöd ist man eigentlich:
Eben erst ist das Wort  "Notebook" in meine Zentralnervensystem gedrungen (war durch die vielen Internetausfälle hier blockiert, habe heute ein Dutzend notiert ;-). Tja, bei Notebook ist's anders. Vermutlich einfacher.

Passt das? https://www.youtube.com/watch?v=IpnYLsIPhhI
und "Alibaba" hat sie noch
https://de.aliexpress.com/popular/asus-t102ha-screen.html

Keine Furcht vorm Räuber!
« Letzte Änderung: 04/28/21 ,April, 2021, 17:24:33 von ukelmann »

Offline Knasterbax

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Antw:Notebook Displayschaden - reparabel?
« Antwort #4 am: 05/03/21 ,Mai, 2021, 15:29:13 »
So, hier endlich ein Feedback:

Nachdem ich gelesen hatte, wie knifflig eine solche Reparatur sogar für Profis werden kann, habe ich Abstand genommen, das Ding zum Reparieren aus der Hand zu geben.
Und da ich für Elektrobasteleien so gar kein Händchen habe, habe ich jetzt ein Ersatz-Gerät gekauft. Trotzdem Danke, Heinz, für's Mutmachen und die ausführlichen Hinweise!

Schöne Grüße
Matthias
"Ich bin ja eher fürs Spielen als fürs Üben." (skiffle)