Blindtest mit 7 Ukulelen - lässt sich der Preis heraushören?

Begonnen von Bebopalula, 25. Aug 2026, 18:47:29

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Bebopalula

Der Profi Christopher Davis-Shannon stellte sich kürzlich einem Blindtest. Kann ein professioneller Ukulelenspieler herausfinden, wieviel eine von ihm blind angespielte Ukulele etwa kostet? Was sind die Kriterien seiner Bewertung? Wie oft liegt er bei den sieben getesteten Instrumenten richtig oder falsch?

Im Ergebnis steckt jedenfalls eine gute Nachricht für alle, die es nicht so dick haben und vielleicht eine Abkehr von der Vorstellung, dass eine teure Ukulele  "wirklich" auch besser klingt/spielbar ist/etc.

Wie seht ihr diesen Test?

https://www.youtube.com/watch?v=60-J7wCSibM&t=1371s

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https://www.youtube.com/user/BebopalulaUke/videos

TooOldForRockNRoll

#1
Meine persönliche Meinung:
Naja, ich bereue es nicht für 3 (wenn ich richtig zähle) Ukulelen einen vierstelligen Geldbetrag in die Hand genommen zu haben. Die drei sind auch, wenn ich zuhause bin, meine meistgespielten Ukulelen. Man muss nur aufpassen dass die Ukukele zu einem passt. Damit meine ich ausdrücklich nicht das eigene Können sondern wie sie sich spielt und wie sie sich für einen selbst anhört. Natürlich können auch billige Ukulelen Spaß machen, ich spiele auch gern auf welchen die wenig gekostet haben. Trotzdem tendiere ich dazu dass man so viel Geld für sein Hobby in die Hand nehmen soll wie man sich leisten kann. Und sich vielleicht überlegen sollte ob man bei anderen Dingen, die man möglicherweise weniger oft benutzt, Geld sparen kann. Zum Beispiel beim Auto. Oder bei der Anzahl der jährlichen Kurzreisen in ferne Länder, beim Luxushotel, usw. Und natürlich bei der Anzahl der Ukulelen die man besitzt. Lieber Klasse statt Masse. Wenn man Geld sparen möchte kann man das auch mit gebrauchten Instrumenten innerhalb des selbst gesetzten Budgets. Man muss ja nicht immer neu kaufen. Dass Christopher Davis-Shannon zukünftig mit billigeren Instrumenten auf der Bühne zu sehen sein wird halte ich für wenig wahrscheinlich. Es sei denn er wird von irgend einem großen Ukulelehersteller mit kostenlosen Ukulelen und vielleicht noch andersartiger finanzieller Unterstützung geködert, doch auch mal ihre Ukulelen öffentlich oder im Internet zu spielen. Er wäre nicht der erste und gerade in letzter Zeit sehe ich das häufiger, nicht mal nur bei den wirklichen Stars der Szene. Wobei ich das nicht kritisieren will, auf Ukulele spezialisierte Berufsmusiker müssen auch von irgendetwas leben.

Auf Reisen, insbesondere im Sommer mit meinem Kastenwagen, habe ich eher preisgünstigere Ukulelen dabei. Die Klos kaufte ich gebraucht.
VORSICHT!
KANN SPUREN VON UKULELE ENTHALTEN!
UKULELEN KÖNNEN SÜCHTIG MACHEN!

Netsuke

@TooOldForRockNRoll

ZitatMeine persönliche Meinung:
Naja, ich bereue es nicht für 3 (wenn ich richtig zähle) Ukulelen einen vierstelligen Geldbetrag in die Hand genommen zu haben. Die drei sind auch, wenn ich zuhause bin, meine meistgespielten Ukulelen. Man muss nur aufpassen dass die Ukukele zu einem passt. Damit meine ich ausdrücklich nicht das eigene Können sondern wie sie sich spielt und wie sie sich für einen selbst anhört. Natürlich können auch billige Ukulelen Spaß machen, ich spiele auch gern auf welchen die wenig gekostet haben. Trotzdem tendiere ich dazu dass man so viel Geld für sein Hobby in die Hand nehmen soll wie man sich leisten kann.

Überwiegend Zustimmung, mit einer Einschränkung:

Ja, ich bereue auch keinen für meine Hobbys ausgegebenen Euro. Noch nicht mal die gelegentlichen teuren Fehlkäufe.

Und ja, (m)eine Ukukele muss zu mir passen. Womit ich bei der Einschränkung bin: Für mich selbst ist es kontraproduktiv, so viel Geld in eine Ukulele zu stecken, wie ich mir leisten könnte.

Mir ist es bisher nicht gelungen, eine teurere Ukulele auch nur ansatzweise so gerne zu haben und so erfreut zu spielen wie meine winzigen, billigen Sopranissimo Chinakracher. Daher die oben erwähnten teuren Fehlkäufe, die ich mit großem Verlust weiterverkaufe, um sie wieder loszuwerden.

Ich fürchte, ich bin eben "cheap". ;)




ZitatAuf Reisen, insbesondere im Sommer mit meinem Kastenwagen, habe ich eher preisgünstigere Ukulelen dabei. Die Klos kaufte ich gebraucht.

Was sind Klos?? Sind das UAS-Symptome?

TooOldForRockNRoll

Zitat von: Netsuke am 26. Aug 2026, 15:20:29Was sind Klos?? Sind das UAS-Symptome?

Klos sind Ukulelen eines amerikanischen Herstellers gleichen Namens. Aus Kohlefasern und daher extrem robust. Und sie klingen in meinen Ohren besser als alle anderen Plastik-Ukulelen. Eine meiner Reise-Ukulelen.
VORSICHT!
KANN SPUREN VON UKULELE ENTHALTEN!
UKULELEN KÖNNEN SÜCHTIG MACHEN!

Bebopalula

TOFRNR:Ich stimme insbesondere deiner Aussage zu, dass eine Ukulele zu einem passen muss. Nimmt man  nacheinander 10 Ukulelen in die Hand, dann merkt man schnell, welche von Passform und Haptik einem "liegt" und wo die Finger besser laufen als woanders.
Ich kenne im übrigen aus meiner umliegenden Szene niemanden, der für eine Ukulele einen vierstelligen Betrag ausgegeben hat oder dies anstrebt. Hier sind die Brükos oder Kalas und auch die günstigen Chinesen oft vertreten und es scheinen nur wenige dabei zu sein, die über 3 Hunnies liegen.
Ich selbst spiele vorwiegend Brükos, die immer einen vertretbaren Preis hatten, und auch wenn ich andere anspiele, dann geht es mir wie Christopher D.-S., dass ich wirkliche Preisunterschiede nicht heraushören könnte. So bleibt es dann wieder beim eigenen subjektiven Eindruck, der zu einer Kaufentscheidung führen würde.
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Jubel

Nun meine 2. Ukulele war ein Spontankauf ohne zu wissen was sie kosten würde und welch renomierter Ukulelbauer dahinter steckt. Ich nahm sie in die Hand, spielte ein paar Seiten an und war hin und weg vom Ton. Erst am Verkaufstressen merkte ich wie kostspielig die kleine war und erst nach einer Weile wusste ich was eine Ziegenspeck ist. Entscheidend war also damals nur der Klang und das Herz. Das eien Ukulele die in D hergestellt wird in der Art wie Tom Ziegenspeck das macht ein wenig mehr kostet als ein Chinakracher dürfte klar sein, schon mal unabhängig von der Qualität.
Meine 2. Liebste ist die Romero, aus Assien und ja ein paar 100€ günstiger als die Ziegenspeck, aber klanglich braucht sie sich nicht dahinter zu verstecken, und für meine Hände fast besser spielbar. Sie avanciert langsam zur Nr. 1 meiner kleinen. Nacher geht es dann in den 3Stelligen bereich, so um die 300.— Euro. Nun ganz ehrlich die können den 2 oben genannten nicht ansatzweise das Wasser reichen, weder im Klang noch sonst. Warten nun auf das Grosskind um es mal zu erfreuen. Ich komme dann wohl mit meinen 2. Schätzen dicke hin für meine Bedürfnisse. Aktuell nur mit der Romero unterwegs und dies für die nächsten x Monate. Grad noch Gruss aus Ungarn, ab Morgen dann Rumänien.

Bebopalula

Ein schöner Bericht, Jürg. Offenbar haben die beiden teureren bei dir gleich gepasst und vermitteln dir weiter viel Spielfreude. Dein Grosskind wird sich freuen, von Opa so schön beschallt zu werden.
Viel Freude weiterhin bei euren anstehenden Reisen! :) 
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TooOldForRockNRoll

@Bebopalula Wie du schriebst, ,,vertretbarer" Preis. Wobei ich persönlich mich oft wundere wie niedrig manchen die Schwelle für ,,vertretbar" ist wenn sie ein Musikinstrument intensiv spielen. Aber da gehen die Ansichten glaub auseinander. Das muss halt jeder für sich entscheiden. Und es hängt vielleicht auch davon ab was man spielt. Ich kenne viele die sich höherpreisige Instrumente leisten oder geleistet haben und die es nicht bereuen. Und die sind gewiss nicht alle Krösusse, welche das Geld locker aus dem Ärmel schütteln.
VORSICHT!
KANN SPUREN VON UKULELE ENTHALTEN!
UKULELEN KÖNNEN SÜCHTIG MACHEN!

Bebopalula

Christopher Davis-Shannon hat folgende Ukulelen getestet:

Baton Rouge 129 L (engl.Pfund)
Millar Longneck 349 L
John Story 899 L
Flight NUS500 75 L
AnueNue US-100 899 L
KoAloha KSM01SI 1.499 L
Uma UK20SSP-BL 189 L

Seine Bewertungen zum Handling und zum Klang der angespielten Ukulelen waren vorwiegend positiv, interessanterweise zu allen. Er mag zwar eher den nicht zu hellen Klang, eher tiefere Töne, Tendenz zu Mahagony. Letztlich waren die teuerste Ukulele und die günstigste Ukulele seine Favoriten und er hielt ,,Spielbarkeit für wichtiger als den Klang".

Ich selbst habe keine gravierenden Unterschiede bei den einzelnen Ukulelen herausgehört, da Chr. vorwiegend das Swing-Akkordspiel pflegt und weniger das Melodiespiel. Da könnten sich vielleicht noch Unterschiede heraushören lassen, mit meinen Hör-Fähigkeiten aber nicht.

Aus meiner Sicht ein interessanter Test, der zumindest die Meinung ,,je teurer je besser" korrigieren hilft und auch die in der Ukulelen-Szene oft gepflegten Wahrheiten über die "besten" Hölzer, Saiten, Marken und anderes ein Stück relativieren hilft.
 
Was der einzelne für sein Hobby zum Ausgeben bereit ist, ist eine andere Sache und hängt auch stark von den individuellen Sichten und Möglichkeiten ab. Da bin ich ganz bei dir, TOFRNR.  :)
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Jubel

Ein paar Gedanken noch dazu:
- YT gibt den Sound nicht annähernd so wie er ihn gehört haben mag.
- Er ist ein Klasse Ukulele Spieler, haben ihn auch live gesehen in Stuttgard, aber er spielt hier für mich für einen Klangtest zu wenig Genres an (kein Picking, keine Klassik, etc.) wäre mir wichtig für Sound unterschiede.
- Er geht für mich viel zu wenig auf die Qualität der Spielbarkeit ein (nur zum Teil)
Kurzum für mich ist der Test nicht wirklich Aussagekräftig. Ich würde mich keineswegs darauf verlassen. Wenn ich wissen will was mir passt gehe ich in ein Ukulele Geschäft (mit möglichst breiter Auswahl) schaue nicht die Preise an sonder spiele divese Instrumente an und so weiss ich passen sie auf meine Hand, meine Spielweise und für mein Ohr und nicht zuletzt für den Preis. Der ist für mich obwohl bei mir das Geld nicht vom Himmel fällt bis zu einem gewissen grad 2. Rangig, soll mich doch das Instrument ewig begeleiten im Idealfall.