Wie habt ihr Ukulelespielen gelernt?

Begonnen von Netsuke, 07. Feb 2026, 21:47:22

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Netsuke

Mein Pfad zur Ukulele:

Ich bin musikalisch vorgebildet. Jahrelanger Akkordeonunterricht in der Kindheit. Später einige Klavierstunden und wenige Monate Gitarrenunterricht. Bei keinem dieser drei Instrumente machte es "klick". Sie passten nicht zu mir.

Ich glaube mich zu erinnern, dass Tom Hodgkinsons Buch ,,Anleitung zum Müßiggang" mich vor vielen Jahren auf die Idee brachte, Ukulelespielen zu lernen. Für Hodgkinson ist die Ukukele das ideale Begleitinstrument des Müßiggangs: leicht zu spielen, leicht zu tragen.

Von dem Gedanken bis zum Kauf einer Ukulele und zu meinen ersten Spielversuchen dauerte es viele Jahre.

Eines Tages war die Zeit reif. Der örtliche Musikalienhandel verkaufte mir eine günstige Sopranukulele. Die Volkshochschule bot erstmals einen Ukulelekurs an. Gelernt wurde anhand von Kurt Meimers  Lehrbuch "Ukulele-Fieber".

Meimers Werk wäre nicht das Mittel meiner Wahl gewesen. Der auf schnell zu erlerndendes Liederschrammeln ausgerichtete Gruppenunterricht lag mir nicht. Trotzdem wusste ich: Ich hatte mein Instrument gefunden.

Dann entdeckte ich Andreas Bördleins Ukulele-Lehrbuch, das wie meine "Erste Akkordeonschule" aufgebaut war: systematisch Schritt für Schritt aufeinander aufbauend, werden solide Grundlagen geschaffen.

Das erste Lied kommt erst bei Übung 24: Alle meine Entchen. Nur die Melodie. Kein Problem, denn in den 23 Übungen davor hat die Aspirantin bereits Melodieläufe und die C-Dur-Tonleiter gelernt.

Erst ab Kapitel 4 kommen die ersten Akkorde dran. Die Schlagmuster starten ab Kapitel 10.  Ab Kapitel 14 wird gezupft. Im letzten Kapitel (18.) geht es ans Chord-Melodiespiel.

Ich pflüge mich gemächlich durch das Lehrbuch und bin hochzufrieden mit der Methodik. Täglich eine Viertelstunde Üben reicht bei mir aus, um kontinuierlich gute Fortschritte zu machen.

Begleitet wird das Lernen von Andreas Bördlin himself, der in seinen Videolektionen auf Youtube wunderhübsch mit seiner Tapete verschmilzt:



Wie habt ihr Ukulelespielen gelernt?





Isolde H.

Ich habe mir auf einem Flohmarkt eine grüne Mahalo Smiley für 10 Euro gekauft. Wollte sie als Deko verwenden.
Vorher habe ich etwas Akkordeon gespielt, Blockflöte sowieso.

Dann hab ich auf dem Dekoartikel etwas herumgezupft und gespürt.....DAS ist es!

Gesucht im Internet und auf Stu Fuchs und Jamaica Farewell gestoßen. Das war mein erstes Lied im Islandstrum.

Dann habe ich zum Glück Andreas Bördlein entdeckt. Ich habe ab und zu ein Video von ihm geschaut. Das Meiste habe ich mir selber beigebracht.

Ja, das wars eigentlich. Schnell hab ich gemerkt, dass Üben sehr zum Spielerfolg beiträgt. Ab und zu ein Workshop, ab und zu ein Onlinekurs bei Patrick Ranft. Er ist auch sehr zu empfehlen. Er hat etwas die ruhige Art wie Andreas.
Falsche Töne ärgern mich kurz, aber der Spaß ist wichtiger. 

Hoffy

#2
Ich habe Stefan Raab gesehen wie er auf Agnus Young traf und mit einer umgebauten Brüko und dem Marshall S2 Mini Verstärker Highway to Hell gespielt hat.
Da wusste ich, das ist meins!

https://youtu.be/I9DWOmZNHCA?si=ath8ZC80bDl0HK3b

Den Rest hat Andreas Bördlein mit seinen 2 Büchern und unzählbar vielen Videos erledigt.
Spiele jeden Tag seit 8 Monaten täglich mindestens 1,5 h.
Brüko Nr.1 schwarz-flach, Brüko Nr.2 Vogelmotiv, Brüko Nr.3, Brüko Nr.4, Brüko Nr.5, Brüko Nr.6, Brüko Nr.7,
WICONA (Brüko) Sopran,
Martínez Sopran Custom Shop,
Duke Kahanamoku Sopran, Rebel Double Creme Concert, Kala KA-SMHCE C,
Flight Pathfinder Tenor TBK, Aklot Konzert,
Eigenbau Sopran von einem Musiker mit Autogramm,
Brüko Nr.12 Guitalele,
2x Brüko Nr.19 Twen Gitarren

TooOldForRockNRoll

#3
Zuerst etwas ausschweifend meine musikalische Früherziehung, dann die Kurzgeschichte wie ich zum Ukulelespielen kam und wie lern(t)e.

In der Jugend hatte ich mal eine ganz kurze Episode mit Gitarre. Mein älterer Bruder, er war ein sehr guter Gitarrist, meinte er könne mir zeigen wie das geht. Aber da er absolut keine Geduld hatte und ich es nicht so mit Üben hatte gabe er ganz schnell auf. Ich auch.  ;D  Eine vom Opa geerbte alte Wandergitarre mit der er sogar als Handwerker auf der Walz war hatte ich noch längere Jahre. War wahrscheimlich ein schönes Instrument bis ich es mal komplett mit schwarzem Lack einsprühte. In einer Farbspraydose war noch genügend Rest drin und ich fand das damals cool. Ganz selten nahm ich sie nochmal in die Hand um, wie ich es völlig abgehoben von dieser Welt nannte, zu "improvisieren". Die 2, 3 Griffe die ich kannte waren längst vergessen, Liedbegleitung eh nicht mein Ding. Irgendwann flog die von mir ruinierte Gitarre dann auf den Sperrmüll. Das ist lange her. Letztendlich war das nichts was mir für das Lernen der Ukulele später wirklich nützlich gewesen wäre. Außer dass mir bewusst war dass "Musikmachen" mit Schmerzen in den Fingerkuppen der linken Hand zu tun hat.
Geholfen hat mir dagegen dass ich als Gymnasiast bis zur 11. Klasse durchgehend Musikunterricht hatte. Zumindest war ich die letzten Jahre immer wieder erstaunt wie leicht es mir fiel Musiktheorie, soweit ich sie glaube zu brauchen, zu verstehen.

Nun ja, das Spielzeug "Gitarre" hatte ich ja entsorgt, und als ich älter wurde fielen mir irgendwann die Ukulele-Angebote von ALDI und Lidl vor Weihnachten auf. Ohne dass es mir wirklich wichtig gewesen wäre oder ich mich irgendwie mit dem Instrument beschäftigt hätte meinte ich es wäre nett so ein Spielzeug zu besitzen. Mehrere Jahre kam ich dann immer zu spät in die Filialen, sie waren immer schnell ausverkauft. Schließlich machte ich vor Weihnachten 2016 Nägel mit Köpfen und bestellte mir eine Ukulele online bei Lidl. Zu dem Zeitpunkt war ich auch noch der Meinung dass eine Ukukele ruhig etwas schräg klingen darf weil ich es eben nur als lustiges Spielzeug ansah.

Dass das im Angebot enthaltende Begleitheft totaler Schrott war erkannte ich immerhin schnell. Aber weiteres Geld wollte ich nicht für diese "Spielerei" in die Hand nehmen. Als geiziger Mensch tat ich die ersten Schritte mit Youtube. Die allerersten Schritte mit Ukulele TV.


Dann fand ich den Weg zu Cynthia Lin's Anfängervideos. Anschließend ging es Schlag auf Schlag. Ich fand in Stuttgart eine Ukulelegruppe die sich regelmäßig traf. Dort bekam ich auch den Tipp für Ukulelekurse in Kleingruppen durch Mihai Curteanu in seiner damals noch existierenden kleinen Musikschule in Stuttgart. Da lernte ich einiges, auch meine Vorliebe fürs Instrumentalspiel. Mihai kam wie viele andere von der Gitarre, aber hat das Instrument immer als eigenständig empfunden. Eine wichtige Voraussetzung für einen guten Ukukelelehrer. Stark weitergebracht hatte mich ein einwöchiges Ukulele Retreat von Sarah Maisel und Craig Chee in Berlin. Die beiden haben eine wunderbare Gabe Lerninhalte weiterzugeben. Da gab es mehrere Aha-Erlebnisse, angefangen davon dass ich von heute auf nachher endlich die Ukulele sicher halten konnte, Barrées plötzlich nicht mehr schwer waren und mir Musiktheorie auf ihre eigene, einfach verständliche Weise erklärt wurde.
2019 vor den Lockouts war dann das erste Stuttgarter Ukulelefestival mit Charlotte Pelgen's Bad Mouse Orchestra und den Walters aus Freiburg. Da fand ich Gefallen an Workshops, die ich seither immer wieder gern besuche. Sei es auf Festivals, Wochenendworkshops, Studienwochen irgendwo in Deutschland, auch Onlineveranstaltungen. Ich glaube es war noch vor Corona als ich z.B. hoch bis nach Worpswede fuhr um an einem Wochenende mit Nicolas Jehn teilzunehmen.
Ansonsten habe ich mir auf Empfehlung von Stuttgarter Ukulelefreunden schon sehr früh Hefte von Ukulelezaza und Kiyoshi Kobayashi zugelegt. Objektiv betrachtet war ich absolut noch nicht "reif" dafür, aber sie waren sehr hilfreich um mir gewisse Fertigkeiten alleine anzueignen. Zunächst nur mit wenigen Stücken, in die ich mich "reinbiss". An Stücken wie "Charmaine" von Zaza "arbeitete" ich fast jahrelang bis ich sie einigermaßen spielen konnte. Aber es machte Spaß mich immer wieder damit zu beschäftigen, das ist für mich eh immer das Wichtigste: Es muss Spaß machen, egal ob z.B. bei einem Workshop tatsächlich etwas hängen bleibt oder nicht.

Ansonsten, was hat mich behindert beim Ukulele-Lernprozess?

Eindeutig, dass meine musikalischen Vorlieben äußerst breit aufgestellt sind, schon immer waren. So entdecke ich immer wieder Neues was mich begeistert und was ich machen möchte. Auf die Ukulele übertragen heißt das dass ich gern alle Stilrichtungen spielen können möchte, von klassischen Stücken, 20er Jahre Musik, Jazz, Blues, Folk, ja auch deutsche Volksmusik wenn sie Niveau hat. Natürlich auch Rock und Pop, eher aus dem Oldie-Bereich. Habe ich etwas vergessen? Jedenfalls habe ich keinen schnurgeraden Pfad der musikalischen Entwicklung, den ich, nur mit Blick geradeaus, gehen würde. Ich stoße immer wieder auf Abzweigungen die ich gehe. Manchmal scheint es dass ich mich in einem Labyrinth verlaufen hätte. Dann finde ich über Umwege doch wieder auf den "richtigen" Pfad zurück. Ganz selten gibt es auch mal ein Sackgasse wo ich umdrehe. Oft Baustellen wo ich im Stau stehe und es nur langsam voran geht. Aber es gibt auch Fixpunkte auf dem Weg die ich immer wieder ansteuere, egal wo ich gerade im Labyrinth bin. Keine Ahnung wie ich es schaffe da immer wieder hinzufinden. Wie die Proben unseres Ukulele Ensembles oder die Treffen des Stuttgarter Ukulelekollektivs.

Aktuell:

Das eigene Singen zur Ukulelebegleitung habe ich die ganzen Jahre sehr vernachlässigt. Geneinsames Singen mit anderen bei Ukuleletreffen hatte mir immer gereicht. Inzwischen singe ich aber auch gern allein für mich zur eigenen Ukulelebegleitung und versuche durch Üben sicherer beim Finden der richtiven Töne zu werden. Was für mich nicht einfach ist. Was mir beim Üben hilft ist die Zugehörigkeit zu einer relativ kleinen internationalen Facebook Gruppe namens Ukulele Encore wo ich seit ein paar Monaten wöchentlich ein oder mehr Videos hochlade. Im Text muss immer ein Wort enthalten sein das jede Woche neu ausgewürfelt wird. Die Aufnahme eines Videos hilft mir dass ich mich mit dem einen Lied intensiver beschäftige. Andererseits brauche ich in der Gruppe aber auch nicht die Angst zu haben perfekt sein zu müssen. Das hilft mir und motiviert mich. Im März beginnen auch wieder Cynthia Lin's 100 Days of Ukulele 2026. Da werde ich mich auch wieder aus dem bereits genannten Motiv beteiligen, diesmal vmtl. mit weniger Instrumentals, dafür mit mehr Singen. Das Ganze quasi in einem geschützten Raum und ohne Zwang die 100 Tage tatsächlich zu erreichen oder in einer bestimmten Zeit durchzuziehen. Als Ruheständler habe ich ja Zeit...


VORSICHT!
KANN SPUREN VON UKULELE ENTHALTEN!
UKULELEN KÖNNEN SÜCHTIG MACHEN!

Jubel

Ich kann noch nicht wirklich Ukulele spielen,mindestens verstehe ich darunter etwas anderes. Aber ich nutze meine Ukulelen Täglich mind. 1 Stunde, dann höre ich der Frau zu liebe auf (ausser wir sind in der Datsche wo ich mich zurückziehen kann). Zuerst einfach mal angefangen anhand von YT - Inhalten. So auf Andreas Börderlein gestossen und seine zwei Lernhefte gekauft mit dennen ich immer wieder arbeite. Grosse Hilfe war mir Marta Zan mit ihren Kinderliedern die mich sehr motivierten für mein Grosskind aufzunehmen. Meine Leidenschaft ist vor allem das Picking und nach und nach kapiere ich immer mehr zussammnhänge auch wenn es langsam voran geht da mir die Theorie parout nicht in den alten Kopf will, ich keine Musikalische Vorbildung irgendwelcher Art habe, ausser schon immer seid Kind immer viel Gesungen (nie nach Noten) und das Auswändig lernen klappt auch nicht mehr wirklich gut, was mich am meisten nervt. Insgesammt aber ist das Ukulelespiel und dazu singen für mich die reinste Seelische erholung und tägliche Freude und meine leicht ,,verkrüpelte" linke hand wird zwar nicht wirlich schneller beim Umgreifen von Akkorden aber dafür hat sich die Spannbreite schon fast auf 5Bünde erhöht. Meinem Grosskind gefällt was ich spiele, das Petenkind meiner Tochter findet es auch toll mit mir zu spielen und somit habe ich ein Teilziel erreicht.

Netsuke

Vier von fünf Forist:innen in diesem Thread haben mit Andreas Bördlein gelernt.

Das stimmt mich froh (und GCEA). Ich dachte, ich wäre sonderbar, weil ich auf seine Uralt-Methodik anspringe, die ich vom Akkordeonunterricht aus meiner Kindheit kenne.

Fehlt nur das Stöckchen, das meine Akkordeonlehrerin benutzte, um die Zeilen im Lehrbuch anzuzeigen. Gelegentlich klopfte sie mir damit sachte auf die fehlgreifenden Fingerchen. ;)

Netsuke

@TooOldForRockNRoll

ZitatStark weitergebracht hatte mich ein einwöchiges Ukulele Retreat von Sarah Maisel und Craig Chee in Berlin. Die beiden haben eine wunderbare Gabe Lerninhalte weiterzugeben. Da gab es mehrere Aha-Erlebnisse, angefangen davon dass ich von heute auf nachher endlich die Ukulele sicher halten konnte, Barrées plötzlich nicht mehr schwer waren und mir Musiktheorie auf ihre eigene, einfach verständliche Weise erklärt wurde.

Klasse!♡

Was mich zu einem OT-Thema bringt:
Spielt ihr mit oder ohne Gurt?

Bördlein empfiehlt Gurt. Ich schustere ohne Gurt herum, stehe aber kurz vor der Kapitulation, Gurtknöpfe anzubringen.

Ohne-Gurter: Was tut ihr, damit euch die Ukulele nicht wegflutscht? Kann man das erklären? Gibt es erhellende Videos dazu?




Hoffy

Zitat von: TooOldForRockNRoll am Gestern um 10:34:08Zuerst etwas ausschweifend meine musikalische Früherziehung, dann die Kurzgeschichte wie ich zum Ukulelespielen kam und wie lern(t)e.

In der Jugend hatte ich mal eine ganz kurze Episode mit Gitarre. Mein älterer Bruder, er war ein sehr guter Gitarrist, meinte er könne mir zeigen wie das geht. Aber da er absolut keine Geduld hatte und ich es nicht so mit Üben hatte gabe er ganz schnell auf. Ich auch.  ;D  Eine vom Opa geerbte alte Wandergitarre mit der er sogar als Handwerker auf der Walz war hatte ich noch längere Jahre. War wahrscheimlich ein schönes Instrument bis ich es mal komplett mit schwarzem Lack einsprühte. In einer Farbspraydose war noch genügend Rest drin und ich fand das damals cool. Ganz selten nahm ich sie nochmal in die Hand um, wie ich es völlig abgehoben von dieser Welt nannte, zu "improvisieren". Die 2, 3 Griffe die ich kannte waren längst vergessen, Liedbegleitung eh nicht mein Ding. Irgendwann flog die von mir ruinierte Gitarre dann auf den Sperrmüll. Das ist lange her. Letztendlich war das nichts was mir für das Lernen der Ukulele später wirklich nützlich gewesen wäre. Außer dass mir bewusst war dass "Musikmachen" mit Schmerzen in den Fingerkuppen der linken Hand zu tun hat.
Geholfen hat mir dagegen dass ich als Gymnasiast bis zur 11. Klasse durchgehend Musikunterricht hatte. Zumindest war ich die letzten Jahre immer wieder erstaunt wie leicht es mir fiel Musiktheorie, soweit ich sie glaube zu brauchen, zu verstehen.

Nun ja, das Spielzeug "Gitarre" hatte ich ja entsorgt, und als ich älter wurde fielen mir irgendwann die Ukulele-Angebote von ALDI und Lidl vor Weihnachten auf. Ohne dass es mir wirklich wichtig gewesen wäre oder ich mich irgendwie mit dem Instrument beschäftigt hätte meinte ich es wäre nett so ein Spielzeug zu besitzen. Mehrere Jahre kam ich dann immer zu spät in die Filialen, sie waren immer schnell ausverkauft. Schließlich machte ich vor Weihnachten 2016 Nägel mit Köpfen und bestellte mir eine Ukulele online bei Lidl. Zu dem Zeitpunkt war ich auch noch der Meinung dass eine Ukukele ruhig etwas schräg klingen darf weil ich es eben nur als lustiges Spielzeug ansah.

Dass das im Angebot enthaltende Begleitheft totaler Schrott war erkannte ich immerhin schnell. Aber weiteres Geld wollte ich nicht für diese "Spielerei" in die Hand nehmen. Als geiziger Mensch tat ich die ersten Schritte mit Youtube. Die allerersten Schritte mit Ukulele TV.


Dann fand ich den Weg zu Cynthia Lin's Anfängervideos. Anschließend ging es Schlag auf Schlag. Ich fand in Stuttgart eine Ukulelegruppe die sich regelmäßig traf. Dort bekam ich auch den Tipp für Ukulelekurse in Kleingruppen durch Mihai Curteanu in seiner damals noch existierenden kleinen Musikschule in Stuttgart. Da lernte ich einiges, auch meine Vorliebe fürs Instrumentalspiel. Mihai kam wie viele andere von der Gitarre, aber hat das Instrument immer als eigenständig empfunden. Eine wichtige Voraussetzung für einen guten Ukukelelehrer. Stark weitergebracht hatte mich ein einwöchiges Ukulele Retreat von Sarah Maisel und Craig Chee in Berlin. Die beiden haben eine wunderbare Gabe Lerninhalte weiterzugeben. Da gab es mehrere Aha-Erlebnisse, angefangen davon dass ich von heute auf nachher endlich die Ukulele sicher halten konnte, Barrées plötzlich nicht mehr schwer waren und mir Musiktheorie auf ihre eigene, einfach verständliche Weise erklärt wurde.
2019 vor den Lockouts war dann das erste Stuttgarter Ukulelefestival mit Charlotte Pelgen's Bad Mouse Orchestra und den Walters aus Freiburg. Da fand ich Gefallen an Workshops, die ich seither immer wieder gern besuche. Sei es auf Festivals, Wochenendworkshops, Studienwochen irgendwo in Deutschland, auch Onlineveranstaltungen. Ich glaube es war noch vor Corona als ich z.B. hoch bis nach Worpswede fuhr um an einem Wochenende mit Nicolas Jehn teilzunehmen.
Ansonsten habe ich mir auf Empfehlung von Stuttgarter Ukulelefreunden schon sehr früh Hefte von Ukulelezaza und Kiyoshi Kobayashi zugelegt. Objektiv betrachtet war ich absolut noch nicht "reif" dafür, aber sie waren sehr hilfreich um mir gewisse Fertigkeiten alleine anzueignen. Zunächst nur mit wenigen Stücken, in die ich mich "reinbiss". An Stücken wie "Charmaine" von Zaza "arbeitete" ich fast jahrelang bis ich sie einigermaßen spielen konnte. Aber es machte Spaß mich immer wieder damit zu beschäftigen, das ist für mich eh immer das Wichtigste: Es muss Spaß machen, egal ob z.B. bei einem Workshop tatsächlich etwas hängen bleibt oder nicht.

Ansonsten, was hat mich behindert beim Ukulele-Lernprozess?

Eindeutig, dass meine musikalischen Vorlieben äußerst breit aufgestellt sind, schon immer waren. So entdecke ich immer wieder Neues was mich begeistert und was ich machen möchte. Auf die Ukulele übertragen heißt das dass ich gern alle Stilrichtungen spielen können möchte, von klassischen Stücken, 20er Jahre Musik, Jazz, Blues, Folk, ja auch deutsche Volksmusik wenn sie Niveau hat. Natürlich auch Rock und Pop, eher aus dem Oldie-Bereich. Habe ich etwas vergessen? Jedenfalls habe ich keinen schnurgeraden Pfad der musikalischen Entwicklung, den ich, nur mit Blick geradeaus, gehen würde. Ich stoße immer wieder auf Abzweigungen die ich gehe. Manchmal scheint es dass ich mich in einem Labyrinth verlaufen hätte. Dann finde ich über Umwege doch wieder auf den "richtigen" Pfad zurück. Ganz selten gibt es auch mal ein Sackgasse wo ich umdrehe. Oft Baustellen wo ich im Stau stehe und es nur langsam voran geht. Aber es gibt auch Fixpunkte auf dem Weg die ich immer wieder ansteuere, egal wo ich gerade im Labyrinth bin. Keine Ahnung wie ich es schaffe da immer wieder hinzufinden. Wie die Proben unseres Ukulele Ensembles oder die Treffen des Stuttgarter Ukulelekollektivs.

Aktuell:

Das eigene Singen zur Ukulelebegleitung habe ich die ganzen Jahre sehr vernachlässigt. Geneinsames Singen mit anderen bei Ukuleletreffen hatte mir immer gereicht. Inzwischen singe ich aber auch gern allein für mich zur eigenen Ukulelebegleitung und versuche durch Üben sicherer beim Finden der richtiven Töne zu werden. Was für mich nicht einfach ist. Was mir beim Üben hilft ist die Zugehörigkeit zu einer relativ kleinen internationalen Facebook Gruppe namens Ukulele Encore wo ich seit ein paar Monaten wöchentlich ein oder mehr Videos hochlade. Im Text muss immer ein Wort enthalten sein das jede Woche neu ausgewürfelt wird. Die Aufnahme eines Videos hilft mir dass ich mich mit dem einen Lied intensiver beschäftige. Andererseits brauche ich in der Gruppe aber auch nicht die Angst zu haben perfekt sein zu müssen. Das hilft mir und motiviert mich. Im März beginnen auch wieder Cynthia Lin's 100 Days of Ukulele 2026. Da werde ich mich auch wieder aus dem bereits genannten Motiv beteiligen, diesmal vmtl. mit weniger Instrumentals, dafür mit mehr Singen. Das Ganze quasi in einem geschützten Raum und ohne Zwang die 100 Tage tatsächlich zu erreichen oder in einer bestimmten Zeit durchzuziehen. Als Ruheständler habe ich ja Zeit...




Geilee Statement! Respekt und Daumen hoch 👍👍👍
Brüko Nr.1 schwarz-flach, Brüko Nr.2 Vogelmotiv, Brüko Nr.3, Brüko Nr.4, Brüko Nr.5, Brüko Nr.6, Brüko Nr.7,
WICONA (Brüko) Sopran,
Martínez Sopran Custom Shop,
Duke Kahanamoku Sopran, Rebel Double Creme Concert, Kala KA-SMHCE C,
Flight Pathfinder Tenor TBK, Aklot Konzert,
Eigenbau Sopran von einem Musiker mit Autogramm,
Brüko Nr.12 Guitalele,
2x Brüko Nr.19 Twen Gitarren